P2P-Kredite Vergleich 2026
Die besten P2P-Plattformen für Anleger im Regulierungs-Check
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
P2P-Kredite locken mit zweistelligen Renditen, doch die wichtigste Frage ist nicht die Rendite, sondern: Wer reguliert die Plattform und wer schuldet dir am Ende dein Geld? Wir haben 9 P2P-Plattformen für Anleger auf Rendite, Regulierung, Rückkauf, Mindestanlage und Risiko geprüft. Regulierte Anbieter gewichten wir hoch, unregulierte kennzeichnen wir ehrlich.
Lizenziert mit voller Rückkaufverpflichtung
* Rendite historisch, keine Garantie.
Die 9 P2P-Plattformen im Vergleich
9 Plattformen im Überblick, die Top 3 unserer Auswahl sind hervorgehoben. Das Sterne-Rating je Anbieter berechnen wir nach festen Kriterien. Horizontal scrollen für alle Anbieter und Kriterien.
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Renditeangaben sind durchschnittliche, in der Vergangenheit von der Plattform beobachtete Werte und keine Garantie für die Zukunft. Ausfallquoten sind Anbieterangaben und nicht einheitlich vergleichbar. P2P-Investments unterliegen dem Risiko des Teil- oder Totalverlusts und fallen nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung.
Die 9 P2P-Plattformen im Detail
In der Reihenfolge unserer Auswahl. Bei jedem Anbieter steht der Regulierungs-Status als Badge dabei.
Debitum: Lizenziert mit voller Rückkaufverpflichtung

Debitum ist eine der wenigen P2P-Plattformen mit einer echten Wertpapiervermittlungslizenz nach MiFID-II-Rahmen unter Aufsicht der lettischen Zentralbank. Investiert wird in besicherte Geschäftskredite, die als Asset-Backed Securities über eine hundertprozentige Tochtergesellschaft strukturiert sind. Der Einstieg ist ab 10 Euro möglich.
Die Absicherung ist mit einer 100-prozentigen Rückkaufverpflichtung und einem Skin-in-the-Game der Kreditgeber vergleichsweise stark. Trotzdem gilt: Rückkauf ist eine Verpflichtung des Originators, kein externer Kapitalschutz. Die bisher genannte Ausfallquote von 0 Prozent ist ein Rückblick und keine Garantie für die Zukunft. Einen echten Sekundärmarkt gibt es noch nicht.
Der Einstieg gelingt ab 10 Euro, die Ein- und Auszahlung ist für Investoren gebührenfrei und über unseren Link gibt es dauerhaft 1 Prozent Cashback, das sich mit dem vierstufigen Treueprogramm (Treuebonus bis 2 Prozent p.a.) kombinieren lässt. Die einzelnen Asset-Backed Securities laufen je nach Anlage rund 3 bis 36 Monate, einen Sekundärmarkt gibt es nicht, dein Kapital ist also bis zur Rückzahlung gebunden. Eingezahlt wird per Karte, Open Banking oder klassischer SEPA-Überweisung.
Vorteile
- Wertpapiervermittlungslizenz (MiFID II) unter Aufsicht der Latvijas Banka
- 100 % Rückkaufverpflichtung mit Skin-in-the-Game
- Einstieg schon ab 10 Euro
- Nach eigenen Angaben bisher 0 % Ausfall
Nachteile
- Kein Sekundärmarkt, Kapital ist bis zur Rückzahlung gebunden
- Fokus auf Geschäftskredite, weniger Diversifikation als bei Mintos
- Rückkauf ist Originator-Verpflichtung, keine Versicherung
Mintos: Bester Allrounder für breite Diversifikation

Mintos ist für uns der beste Allrounder im Vergleich, weil die Plattform als lizenzierte MiFID-II-Investmentfirma unter Aufsicht der lettischen Zentralbank steht und gleichzeitig die mit Abstand größte Auswahl bietet. Neben klassischen Krediten kannst du hier auch in Anleihen, Immobilien, ETFs und ein verzinstes Cash-Produkt investieren, alles ab 50 Euro und breit gestreut über viele Kreditgeber.
Wichtig zur Einordnung: Die MiFID-Lizenz und die Anlegerentschädigung bis 20.000 Euro schützen dich vor bestimmten Pflichtverletzungen der Plattform, aber nicht vor dem Ausfall einzelner Kredite. Die Rückkaufverpflichtung kommt vom jeweiligen Kreditgeber und ist keine Versicherung. Dass 2022 ein negatives Jahresergebnis möglich war, zeigt: die Rendite ist real, aber schwankt.
In der Praxis startest du bei Mintos ab 50 Euro, zahlst per SEPA-Überweisung oder Karte ein und streust dein Geld entweder automatisch über den Auto-Invest oder wählst Kredite, Anleihen, Immobilien und das Cash-Produkt selbst aus. Über den Sekundärmarkt kannst du Positionen mit 0,85 Prozent Verkaufsgebühr auch vorzeitig abstoßen. Das Konto ist kostenlos, nur bei längerer Inaktivität fallen 4,90 Euro im Monat an, und Mintos ist als eine der wenigen Plattformen im Vergleich per iOS- und Android-App nutzbar.
Vorteile
- Lizenzierte MiFID-II-Investmentfirma unter Aufsicht der Latvijas Banka
- Größte Auswahl: Kredite, Anleihen, Immobilien, ETFs, Cash
- Breite Streuung über viele Kreditgeber ab 50 Euro
- Sekundärmarkt für mehr Flexibilität
Nachteile
- Rückkauf kommt vom Kreditgeber, keine externe Absicherung
- Historisch auch ein Verlustjahr (2022) sowie einzelne Originator-Ausfälle
- Inaktivitätsgebühr bei ruhendem Konto
Bondora Go & Grow: Anfängerfreundliche Kreditportfolio-Alternative

Go & Grow ist das automatische Kreditportfolio-Produkt von Bondora und eine besonders anfängerfreundliche Lösung, eher eine P2P-nahe Kreditportfolio-Alternative als eine klassische Kreditauswahl-Plattform. Du investierst ab 1 Euro in ein automatisch gestreutes Portfolio und die angestrebte Rendite liegt bei bis zu 6 Prozent. Ein eigenes Auswählen einzelner Kredite gibt es bewusst nicht.
Bei der Einordnung ist wichtig: Reguliert ist die Muttergesellschaft Bondora AS durch die estnische Aufsicht, die konkrete Go-and-Grow-Gesellschaft selbst ist es nicht. Das Modell basiert auf einer Forderungsabtretung, es gibt keinen klassischen Rückkauf, sondern einen internen Cash-Reserve-Puffer, und keine Einlagensicherung. Die Rendite ist dafür auf 6 Prozent gedeckelt.
Go & Grow funktioniert bewusst simpel: Du zahlst ab 1 Euro per SEPA-Überweisung ein, das Geld wird vollautomatisch über viele Kredite gestreut und ist grundsätzlich jederzeit wieder verfügbar. Eine eigene Kreditauswahl oder einen Sekundärmarkt gibt es nicht. Pro Auszahlung wird 1 Euro pauschal fällig, ansonsten ist das Produkt gebührenfrei und per iOS- und Android-App nutzbar.
Vorteile
- Sehr einfacher Einstieg ab 1 Euro, ideal für Anfänger
- Vollautomatische Streuung ohne eigene Kreditauswahl
- Große, etablierte Nutzerbasis
Nachteile
- Rendite auf bis zu 6 % gedeckelt
- Produkt-Gesellschaft selbst nicht reguliert (nur die Mutter)
- Kein Rückkauf und kein Sekundärmarkt
Lendermarket: ECSP-lizenziert mit hoher Zielrendite

Lendermarket besitzt seit Ende 2024 eine ECSP-Lizenz der irischen Zentralbank und kann damit EU-weit tätig sein. Die Zielrenditen gehören mit einem gewichteten Durchschnitt um 13 Prozent zu den höheren im Vergleich, der Einstieg ist ab 10 Euro möglich und Neukunden erhalten über unseren Link 1,5 Prozent Cashback.
Zwei Punkte gehören zur ehrlichen Einordnung: Lendermarket arbeitet mit einer Doppelstruktur aus einem regulierten Crowdfunding-Service und einem separaten, unregulierten Forderungs-Service. Und ein großer Teil der Originatoren gehört zur Creditstar-Gruppe, was ein spürbares Klumpenrisiko bedeutet. Eine Einlagensicherung oder Anlegerentschädigung gibt es laut eigener Risk Disclosure nicht.
In der Praxis investierst du ab 10 Euro über einen Auto-Invest, einen echten Sekundärmarkt gibt es nicht, nur die FLEX-Portfolios erlauben über eine Exit-Gebühr einen vorzeitigen Ausstieg. Die Kredite laufen ab 30 Tagen, eingezahlt wird per SEPA-Überweisung oder Karte. Die erste Auszahlung pro Monat ist kostenlos, jede weitere kostet 2 Euro.
Vorteile
- ECSP-Lizenz der Central Bank of Ireland, EU-weites Passporting
- Hohe Zielrendite und niedrige Mindestanlage ab 10 Euro
- 1,5 % Cashback für Neukunden über unseren Link
Nachteile
- Klumpenrisiko: Großteil der Originatoren aus der Creditstar-Gruppe
- Doppelstruktur aus reguliertem und unreguliertem Service
- Kein echter Sekundärmarkt, teils lange Lock-up-Zeiten
Afranga: Saubere ECSP-Struktur ohne Rückkauf

Afranga ist ein Spin-off des bulgarischen Kreditgebers Stik-Credit und arbeitet mit einer sauberen ECSP-Struktur unter Aufsicht der bulgarischen Finanzaufsichtskommission. Der Einstieg ist ab 10 Euro möglich, Neukunden erhalten über unseren Link 0,5 Prozent Cashback in den ersten 90 Tagen.
Der wichtigste Unterschied zu vielen Wettbewerbern: Afranga bietet keinen Rückkaufmechanismus. Das Ausfallrisiko liegt damit direkt beim Anleger. Ein Teil der Kreditgeber ist zudem konzernnah, und der Sekundärmarkt ist noch nicht live. Die ECSP-Lizenz bringt standardisierte Investorenschutz-Regeln, aber keine Einlagensicherung auf dein investiertes Kapital.
Neben dem klassischen Kreditbuch bietet Afranga das Festzins-Produkt SaveSmart mit 8 bis 10 Prozent je nach Laufzeit sowie seit 2026 auch Immobilienkredite. Die Laufzeiten reichen von 1 bis 60 Monaten. Für Investoren ist die Plattform komplett gebührenfrei, eingezahlt wird ausschließlich per Banküberweisung über den Dienstleister Lemonway, eine Kartenzahlung ist nicht möglich.
Vorteile
- ECSP-Lizenz unter Aufsicht der bulgarischen Finanzaufsicht
- Festzins-Produkt SaveSmart als planbare Variante
- Niedrige Mindestanlage ab 10 Euro
Nachteile
- Kein Rückkauf, Ausfallrisiko liegt direkt beim Anleger
- Teils konzernnahe Kreditgeber
- Kein Sekundärmarkt, Trustpilot-Bewertung noch dünn
Maclear: Schweizer Anbieter mit hoher Nutzerbewertung

Maclear ist eine Schweizer Aktiengesellschaft und finanziert besicherte Geschäftskredite an kleine und mittlere Unternehmen in über 15 Ländern. Die Plattform hat mit 4,6 eine der höchsten Trustpilot-Bewertungen im Vergleich und den umfangreichsten Bonus-Stack aus Cashback, Willkommens- und Treuebonus.
Bei der Regulierung ist Präzision wichtig: Maclear ist Mitglied einer Schweizer Selbstregulierungsorganisation (PolyReg) und orientiert sich an FINMA-Standards, ist aber nicht FINMA-reguliert und besitzt keine EU-, MiFID- oder ECSP-Lizenz. Statt eines klassischen Rückkaufs gibt es einen segregierten, extern geprüften Reservefonds sowie die Besicherung der Projekte. Bisher gab es nur einen Ausfall mit voller Rückführung, das ist ein Rückblick und keine Garantie.
Investiert wird ab 50 Euro pro Projekt, die aktuell gelisteten Projekte laufen etwa 9 bis 14 Monate. Seit 2025 gibt es einen Auto-Invest, und über den Sekundärmarkt lassen sich Positionen gegen 2,5 Prozent Gebühr verkaufen, allerdings bei geringer Liquidität. Ein- und Auszahlungen per Banküberweisung sind kostenlos, der Bonus-Stack aus Cashback, Willkommens- und Treuebonus ist kumulierbar.
Vorteile
- Sehr hohe Trustpilot-Bewertung (4,6)
- Extern geprüfter Reservefonds plus besicherte Projekte
- Umfangreicher, kumulierbarer Bonus-Stack
Nachteile
- Nur Schweizer SRO, keine EU-/MiFID-/ECSP-Lizenz
- Höhere Mindestanlage (50 EUR pro Projekt)
- Sekundärmarkt mit 2,5 % Gebühr und geringer Liquidität
Esketit: Nicht reguliert, nur für erfahrene Anleger

Esketit bietet mit rund 11,8 Prozent eine attraktive Durchschnittsrendite und einen Rückkauf durch die Kreditgeber. Die Plattform ist eng mit ihren Kreditgebern verzahnt und wird von einem strategischen Anteilseigner aus dem Bankensektor gestützt. Der Einstieg ist ab 10 Euro möglich.
Entscheidend für die Einordnung: Esketit ist nach eigener Angabe im Footer nicht durch eine Finanzdienstleistungslizenz reguliert, eine ECSP-Lizenz ist beantragt. Das Modell basiert auf Forderungsabtretung. Zudem gab es 2025 einen Wechsel des Firmensitzes nach Kroatien, bei dem zeitweise Gelder eingefroren waren. Diese Plattform eignet sich damit eher für erfahrene Anleger, die das Risiko einordnen können.
In der Praxis investierst du ab 10 Euro, kannst einen Auto-Invest nutzen und Positionen teilweise über den Sekundärmarkt verkaufen, der für eine der Gesellschaften allerdings deaktiviert ist. Die Kredite laufen überwiegend zwischen 1 und 12 Monaten. Plattformgebühren fallen keine an, eingezahlt wird per Überweisung von einem verifizierten EU-Bankkonto.
Vorteile
- Attraktive Durchschnittsrendite mit Rückkauf durch Kreditgeber
- Strategischer Anteilseigner aus dem Bankensektor
- Niedrige Mindestanlage ab 10 Euro
Nachteile
- Keine Finanzdienstleistungslizenz (ECSP nur beantragt)
- Sitzverlegung 2025 mit zeitweise eingefrorenen Geldern
- Kein regulatorischer Investorenschutz
Monefit SmartSaver: Flexibles Sparprodukt, Kreditgeber lizenziert

Monefit SmartSaver ist weniger eine klassische P2P-Plattform als ein flexibles Sparprodukt: Das Hauptkonto ist mit einer Zielrendite von 7,5 Prozent täglich verfügbar, feste Vaults bieten höhere Zielwerte. Mit 4,7 hat Monefit die höchste Trustpilot-Bewertung im Vergleich und eine große Nutzerbasis.
Bei der Regulierung lohnt der genaue Blick: Ähnlich wie bei Bondora ist die Plattform-Gesellschaft selbst nicht reguliert, dahinter steht aber die Creditstar-Gruppe als Kreditgeber, die in acht Ländern eine Lizenz besitzt. In deren Konsumkredit-Portfolio fließt dein Geld über eine Forderungsabtretung. Eine Einlagensicherung gibt es nicht. Positiv: Das Kapital liegt auf einem separaten SmartSaver-Konto. Zu beachten ist die gestiegene Verschuldung der Creditstar-Gruppe. Renditen sind Zielwerte, keine garantierten Zinsen.
Das Hauptkonto ist ab 10 Euro möglich und lässt sich täglich wieder auflösen, kleinere Beträge sind laut Anbieter in Minuten verfügbar. Wer mehr Zielrendite möchte, bindet Geld in feste Vaults über 12 bis 24 Monate. Einzahlungen per SEPA sind kostenlos, Kartentransaktionen kosten nach den ersten sieben Tagen 1 Prozent, und über unseren Link gibt es 0,25 Prozent Cashback auf Überweisungen. Eine eigene App gibt es nicht, Monefit läuft im Browser.
Vorteile
- Höchste Trustpilot-Bewertung im Vergleich (4,7)
- Täglich verfügbares Hauptkonto, sehr flexibel
- Kapital auf separatem SmartSaver-Konto
Nachteile
- Plattform-Gesellschaft selbst nicht reguliert (nur der Kreditgeber lizenziert)
- Abhängigkeit von der Creditstar-Gruppe (gestiegene Verschuldung)
- Vaults vorzeitig nicht verkaufbar
Hive5: Nicht reguliert, nur für erfahrene Anleger

Hive5 lockt mit einer hohen Durchschnittsrendite um 12,5 Prozent, überwiegend kurzen Laufzeiten von 30 bis 90 Tagen (mit dem Produkt Linqo bis zu 24 Monate) und einem gut bewerteten Support. Neukunden erhalten über unseren Link 1 Prozent Cashback in den ersten 90 Tagen, und ein Treueprogramm hebt die Rendite weiter an.
Die Plattform besitzt keine Finanzdienstleistungslizenz und fällt damit in die Hochrisiko-Kategorie. Hinzu kommt ein Going-Concern-Hinweis aus dem Jahresabschluss 2024 mit negativem Eigenkapital auf Betreiberebene. Das Rückkaufversprechen kommt vom Originator und ist keine externe Absicherung. Hive5 eignet sich damit nur für erfahrene Anleger, die dieses Risiko bewusst tragen wollen.
Typisch für Hive5 sind kurze Laufzeiten von 30 bis 90 Tagen, sodass Kapital oft schnell zurückfließt; mit dem Produkt Linqo gibt es aber auch Laufzeiten bis zu 24 Monate. Investiert wird per Auto-Invest, ein Treueprogramm mit den Stufen Navigator, Voyager und Pionier hebt die Rendite schrittweise an. Eingezahlt wird ausschließlich per SEPA-Überweisung, eine öffentliche Gebührenübersicht für Investoren veröffentlicht Hive5 nicht.
Vorteile
- Hohe Durchschnittsrendite und kurze Laufzeiten
- Gute Trustpilot-Bewertung (4,4) und schneller Support
- 1 % Cashback für Neukunden über unseren Link
Nachteile
- Keine Finanzdienstleistungslizenz (Hochrisiko)
- Going-Concern-Hinweis 2024 mit negativem Eigenkapital
- Rückkauf ist Originator-Verpflichtung, kein Sekundärmarkt
Lizenz-Typen erklärt
Nicht jede Lizenz ist gleich viel wert. Diese Übersicht zeigt, was die einzelnen Lizenz-Typen dir als Anleger bringen und was sie ausdrücklich nicht schützen.
| Lizenz-Typ | Was sie dir bringt | Was sie nicht schützt |
|---|---|---|
| ECSP (EU 2020/1503) | EU-weit standardisierter Investorenschutz mit Informations- und Prüfpflichten, der P2P-Goldstandard | Keine Einlagensicherung, das eingesetzte Kapital bleibt Risiko |
| MiFID II Investmentfirma | EU-Anlegerentschädigung bis 20.000 EUR bei bestimmten Pflichtverletzungen | Greift nicht bei normalem Kreditausfall |
| Voll-Banklizenz | Einlagensicherung bis 100.000 EUR auf Bar-Einlagen | Nicht auf in Kredite investiertes Kapital |
| Nationale Lizenz (z. B. EFSA) | Nationale Aufsicht über die Gesellschaft | Reichweite und Passporting im Einzelfall prüfen |
| Schweizer SRO | Selbstregulierung nach FINMA-Standards im Nichtbankensektor | Keine EU-Lizenz, kein EU-Investorenschutz |
| Keine Lizenz | Kein regulatorischer Schutz | Höchstes Risiko, nur für erfahrene Anleger |
Wer schuldet mir das Geld?
Die entscheidende Frage bei P2P ist selten die Rendite, sondern die Gegenpartei. Bei manchen Plattformen leihst du direkt einem Projekt Geld, bei anderen kaufst du eine Forderung, die die Plattform an dich abtritt. Je nach Modell hängt dein Kapital an der Bonität des Endkreditnehmers, des Kreditgebers oder der Plattform selbst. Genau das entscheidet, was passiert, wenn etwas schiefgeht.
So prüfst du eine Plattform selbst
- Steht die Lizenz im offiziellen ESMA-Register der Crowdfunding-Anbieter oder im nationalen Register der Aufsichtsbehörde?
- Passt die Lizenz zum tatsächlichen Geschäft, oder ist nur eine Muttergesellschaft reguliert?
- Wer ist Vertragspartner: die Plattform, ein Kreditgeber oder ein Zweckvehikel (SPV)?
- Wie funktioniert der Rückkauf, und wer steht dafür gerade, wenn ein Kreditgeber ausfällt?
- Gibt es einen Sekundärmarkt, und wie schnell kommst du im Notfall an dein Geld?
P2P-Plattformen, die wir nicht empfehlen
Nicht jede Plattform mit hohen Zinsen gehört ins Depot. Hier sammeln wir dokumentierte Fälle, bei denen wir abraten, und die Warnsignale dahinter. Die Liste ist bewusst kurz: Wir nennen nur Fälle, die offiziell belegt sind.

Ventus Energy
🇪🇪 EstlandNicht empfohlenWas passiert ist: Die BaFin hat der Ventus Energy Group im Mai 2026 das unerlaubte Einlagengeschäft untersagt und die sofortige Rückzahlung der Investorengelder angeordnet. Im Anschluss sperrte der Zahlungsdienstleister Paysera Auszahlungen, Anleger kamen zeitweise nicht an ihr Geld.
Auslöser war die Vertragskonstruktion: Laut Vertrag gaben Anleger ein Direktdarlehen an die Plattform selbst, mit festem Zins und fester Rückzahlung, teils mit Weiterverleih innerhalb der Firmengruppe. Die BaFin wertete das als erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft nach dem KWG, für das Ventus keine Banklizenz besaß.
Unsere Lehre daraus: Der Fall zeigt zwei Dinge: Das Sitzland schützt nicht (Ventus operierte aus Estland, die BaFin wurde trotzdem aktiv, weil gezielt deutsche Anleger angesprochen wurden), und ein Vertrag, in dem die Plattform selbst dein Schuldner ist, ist ein Warnsignal. Wir nehmen nur Plattformen in den Vergleich, deren Modell und Lizenz wir nachvollziehen können.
Häufige Fragen zu P2P-Krediten
In unserem Vergleich ist Mintos der beste Allrounder, weil die Plattform als lizenzierte MiFID-II-Investmentfirma die größte Auswahl mit breiter Streuung verbindet. Die beste Plattform hängt aber vom Ziel ab: Anfänger starten oft mit Go & Grow ab 1 Euro, wer auf hohe Nutzerbewertungen achtet, findet sie bei Maclear und Monefit.
Eine EU-Finanzlizenz haben in unserem Vergleich Mintos und Debitum (MiFID II, Lettland) sowie Lendermarket (ECSP, Irland) und Afranga (ECSP, Bulgarien). Maclear ist über eine Schweizer Selbstregulierung beaufsichtigt. Bei Bondora Go & Grow und Monefit ist jeweils nicht die Plattform selbst reguliert, sondern die Mutter- bzw. Kreditgebergesellschaft. Esketit und Hive5 besitzen keine eigene Finanzdienstleistungslizenz.
P2P-Kredite sind kein Sparbuch. Es gibt keine Einlagensicherung, und ein Teil- oder Totalverlust ist möglich. Eine Finanzlizenz senkt das Risiko durch Aufsicht und Pflichten, schützt aber nicht vor dem Ausfall einzelner Kredite. Wer das Risiko streut, klein anfängt und auf regulierte Plattformen setzt, kann es begrenzen, aber nicht ausschließen.
ECSP steht für European Crowdfunding Service Provider, die EU-Verordnung 2020/1503. Sie legt einheitliche Regeln für Crowdlending fest, etwa Informationsblätter, einen Eignungstest und eine Bedenkzeit. Sie gilt als Goldstandard für die Regulierung von P2P-Plattformen, ersetzt aber keine Einlagensicherung.
Nein. In Kredite investiertes Kapital fällt nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro. Diese gilt nur für Bar-Einlagen bei einer Bank mit Banklizenz. Bei P2P trägst du das Ausfallrisiko der Kredite selbst.
Das hängt vom Ziel ab. Bondora Go & Grow ist einfacher, startet ab 1 Euro und ist auf bis zu 6 Prozent gedeckelt, was für Anfänger passen kann. Mintos bietet mehr Auswahl, höhere mögliche Renditen und eine MiFID-Lizenz, verlangt dafür mehr Einarbeitung und mindestens 50 Euro. Wer maximale Einfachheit sucht, findet sie eher bei Go & Grow, wer breiter streuen und mehr selbst steuern möchte, eher bei Mintos.
Zinserträge aus P2P-Krediten sind in Deutschland grundsätzlich als Kapitalerträge steuerpflichtig. Viele Plattformen führen keine deutsche Abgeltungsteuer ab, sodass du die Erträge selbst in der Steuererklärung angeben musst. Das ist keine Steuerberatung, im Zweifel hilft ein Steuerberater.
P2P zählt zu den risikoreicheren Anlagen. In der Community wird häufig genannt, nur einen kleinen Teil des Gesamtvermögens einzusetzen, den man im Zweifel verschmerzen könnte, und breit über mehrere Plattformen und Kreditgeber zu streuen. Das ist keine Anlageberatung, sondern eine allgemeine Einordnung.
Eine Rückkaufgarantie bedeutet, dass der Kreditgeber einen ausgefallenen Kredit nach einer bestimmten Verzugsdauer zurückkauft, oft nach 60 Tagen. Wichtig: Das ist eine Verpflichtung des Kreditgebers, keine externe Versicherung. Fällt der Kreditgeber selbst aus, kann die Garantie ins Leere laufen.
Sinnvoll ist ein kleiner Start auf einer regulierten Plattform, das Aktivieren einer breiten Auto-Invest-Streuung und das schrittweise Erhöhen, sobald du die Abläufe kennst. Achte auf Lizenz, Rückkauf-Bedingungen, Gebühren und die Frage, wer dir das Geld eigentlich schuldet.
Weiterführende Tests und Vergleiche
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Risikohinweis
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