Loanch ist ein P2P-Marktplatz für Verbraucherkredite aus Malaysia und Indonesien ohne ausgewiesene Finanzdienstleistungslizenz, Einstieg ab 10 Euro. Beworben werden bis zu 15,9 Prozent APR, die eigene Statistik nennt 14,75 Prozent Durchschnittsrendite. Wir investieren seit sieben Monaten selbst über die Plattform. Was wir in dieser Zeit gelernt haben: 99,9 Prozent des Portfolios hängen an einem einzigen Kreditgeber, es gibt keine Einlagensicherung, und von Februar bis April 2026 waren Einzahlungen laut Loanch gestört.
Loanch Erfahrungen: das Wichtigste vorab
Loanch* ist ein P2P-Marktplatz, über den du Anteile an Verbraucherkrediten aus Malaysia und Indonesien kaufst. Betreiber ist die kroatische PRZEMEK SAVJETOVANJE d.o.o. in Zagreb. Der Einstieg ist ab 10 Euro möglich, Loanch wirbt mit 0 Prozent Gebühren für Anleger, und die Startseite nennt bis zu 15,9 Prozent APR.
Wir investieren seit sieben Monaten selbst über Loanch. In der Zeit haben wir gelernt, dass drei Zahlen mehr über die Plattform sagen als die Zins-Headline auf der Startseite, und keine davon steht dort:
- •14,75 Prozent nennt Loanchs eigene Statistik als durchschnittliche Rendite, nicht die beworbenen 15,9 Prozent.
- •99,9 Prozent des gesamten ausstehenden Portfolios hängen laut derselben Statistik an einem einzigen Kreditgeber, Tambadana aus Malaysia.
- •Rund 21,9 Prozent der Tambadana-Investments sind 1 bis 15 Tage überfällig, weitere 21,64 Prozent 16 bis 30 Tage.
Dazu die Struktur: Loanch nennt in seinen Vertragsdokumenten und auf der Website keine Finanzdienstleistungslizenz, keine Lizenznummer und keine Aufsichtsbehörde. Das offizielle Risk Statement sagt ausdrücklich, dass die Investments nicht durch ein Einlagensicherungssystem nach Richtlinie 2014/49/EU und nicht durch ein Anlegerentschädigungssystem nach Richtlinie 97/9/EG gedeckt sind und dass ein Totalverlust möglich ist.
Unsere Einordnung nach der Prüfung: Loanch ist eine Hochrisiko-Plattform, kein Sparprodukt. Die hohen Zinsen sind real, aber sie sind die Bezahlung für ein echtes Risiko. Loanch selbst schreibt in seinem Risk Statement, man solle nicht mehr als 10 Prozent seines Nettovermögens auf der Plattform anlegen. Deutlicher kann eine Plattform ihre eigene Risikoklasse kaum benennen.
Was ist Loanch und wie funktioniert das Modell?
Das Modell heißt Forderungsabtretung, auf Englisch Assignment of Claims. Eine Kreditfirma vor Ort, im Fachjargon Originator oder Kreditgeber, hat einem Endkunden in Malaysia oder Indonesien einen Verbraucherkredit gegeben. Über Loanch kaufst du einen Anteil an der Forderung aus diesem Kredit, also am Recht auf Rückzahlung samt Zinsen.
Wichtig ist die Frage, wer dir das Geld eigentlich schuldet. Loanch beantwortet sie in seinen eigenen Dokumenten sehr klar: Die Plattform bezeichnet sich im vorvertraglichen Informationsblatt als reinen Vermittler, der im Auftrag des Investors handelt, und stellt fest, dass sie weder Kreditgeber noch Hauptzahlungsverpflichteter ist. Dein Schuldner ist also der Endkreditnehmer, und wenn eine Rückkaufpflicht greift, schuldet sie der Kreditgeber vor Ort, nicht Loanch.
Strukturell ist das das saubere Modell im P2P-Bereich, es entspricht dem Marktplatz-Prinzip, das auch große Anbieter nutzen. Der Haken liegt nicht in der Vertragskonstruktion, sondern darin, wer auf der Gegenseite steht. Aktuell listet Loanch drei Kreditgeber:
- •Tambadana, Malaysia, aktiv, Durchschnittszins 13,82 Prozent, kumuliert rund 214,3 Millionen Euro platziert
- •Ammana (SH Tech), Indonesien, Durchschnittszins 13,29 Prozent, kumuliert rund 14,3 Millionen Euro, aktuell pausiert
- •AhaPay, Malaysia, Kauf-jetzt-zahl-später-Kredite, Durchschnittszins 11,00 Prozent, neu, Volumen laut Website noch nicht ausgewiesen
Diese drei Firmen sind damit deine eigentliche Gegenpartei, nicht die Plattform, deren Namen du kennst. Umso wichtiger wäre es, ihre Finanzlage einschätzen zu können. Genau das geht nicht: Auf der Originatoren-Seite veröffentlicht Loanch Durchschnittszins, Land, Status und kumuliertes Volumen, aber keine Bilanz- oder Solvenzkennzahlen.
Wie stark die Abhängigkeit von einer einzelnen dieser Firmen in der Praxis ist, zeigt Loanchs eigene Statistik-Seite, und das Ergebnis fällt deutlicher aus als die Liste mit drei Kreditgebern vermuten lässt. Dazu weiter unten.
Über unseren Link kommen 20 Euro Willkommensbonus und 1 Prozent Cashback auf die ersten 90 Tage zusammen. Einstieg ist ab 10 Euro pro Kredit möglich.
Loanch im Video
Wenn du das Modell und die Risiken lieber erklärt bekommst statt sie zu lesen, haben wir das Wichtigste in einem Video zusammengefasst. Es geht um die Frage, ob sich Loanch lohnt, wie die hohen Zinsen zustande kommen und wo die Haken liegen, über die in der Werbung kaum gesprochen wird.
Welche Rendite ist bei Loanch realistisch?

Auf der Startseite steht „Verdienen Sie bis zu 15.9% APR aus Verbraucherkrediten". Das ist ein Höchstwert aus dem Marketing, kein Ertrag, mit dem du rechnen kannst. Die Zahl geht auf eine befristete Aktion zurück, die vom 21. Juli bis 21. August 2026 einen erhöhten Zins auf bestimmte Kredite eines einzelnen Kreditgebers bot. Die Aktion ist ausgelaufen, die Headline steht weiter auf der Startseite. Die interessantere Zahl steht ein paar Klicks weiter auf der offiziellen Statistik-Seite: Dort weist Loanch eine durchschnittliche Rendite von 14,75 Prozent aus.
Der Rest der Statistik-Seite ordnet die Plattformgröße ein: 16.000 registrierte Investoren, ein ausstehendes Portfolio von 11,8 Millionen Euro und insgesamt 1,6 Millionen Euro gezahlte Zinsen. Auf der Startseite nennt Loanch zusätzlich 110,8 Millionen Euro insgesamt investiert, das ist das kumulierte Volumen seit dem Start, nicht der aktuelle Bestand. Beide Zahlen zusammengenommen: Was hier gerade tatsächlich arbeitet, sind rund 11,8 Millionen Euro. Für eine Plattform, die im Marketing mit dreistelligen Millionenbeträgen auftritt, ist das ein wichtiger Unterschied.
Und der Zins ist nicht zugesagt. Das Risk Statement formuliert das eindeutig: Es gibt keine Garantie, dass du überhaupt eine Rendite bekommst, und keine Garantie, dass du dein Kapital zurückerhältst.

Ein Detail aus dem Zinsrechner auf der Startseite lohnt einen zweiten Blick, weil es leicht zu Fehlerwartungen führt. Bei 1.000 Euro Startbetrag und 200 Euro monatlich über sechs Monate zeigt der Rechner „Ihr Gewinn für 6 Monate: 2.322,64 Euro", wie im Screenshot oben. Das ist aber nicht der Gewinn, sondern der Endbetrag. Eingezahlt hast du in diesem Beispiel 2.200 Euro, der tatsächliche Zugewinn sind die 122,64 Euro, die klein in Grün daneben stehen. Die Beschriftung ist irreführend, die Zahl selbst stimmt.
Beachte außerdem den Regler links: Der Rechner beginnt bei 280 Euro Anfangsinvestition, nicht bei den 10 Euro, mit denen du laut Konditionen tatsächlich einsteigen kannst.
Die harten Konditionen im Überblick:
Loanch | |
|---|---|
| Beworbene Rendite | bis 15,9 % APR (Marketing-Headline) |
| Durchschnittsrendite laut Statistik | 14,75 % |
| Zins je Kreditgeber | Tambadana 13,82 %, Ammana 13,29 %, AhaPay 11,00 % |
| Mindestanlage | 10 € |
| Mindestauszahlung | 10 € |
| Gebühren für Anleger | derzeit keine |
| Rückkauf | Marketing 30 Tage, Risk Statement 60 Tage, nicht für alle Kredite |
| Lizenz | keine ausgewiesen |
| Einlagensicherung | keine, auch kein Anlegerentschädigungssystem |
| Sekundärmarkt | nicht ausgewiesen, Investments laut Vertrag illiquide |
| Betreiber | PRZEMEK SAVJETOVANJE d.o.o., Zagreb, Kroatien |
| Treueprogramm | 6 Stufen ab 3.000 €, bis +1,50 % Zins |
| Steuer | nicht steuereinfach, keine Abführung durch Loanch |
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Fast das gesamte Portfolio hängt an einem Kreditgeber

Das ist für uns ein zentraler Fund dieses Tests, und er steht offen auf Loanchs eigener Statistik-Seite. Die Verteilung des ausstehenden Portfolios nach Kreditgeber sieht so aus:
- •Tambadana: 99,9 Prozent
- •AhaPay: 0,1 Prozent
- •Ammana (SH Tech): 0,0 Prozent
Bei den insgesamt gezahlten Zinsen ist das Bild ähnlich: Tambadana 96,0 Prozent, Ammana 4,0 Prozent, AhaPay 0,0 Prozent.
Drei Kreditgeber im Schaufenster, faktisch einer im Portfolio. Ammana vergibt laut Website keine neuen Kredite mehr, AhaPay ist neu und trägt bislang ein Promille. Wer bei Loanch investiert, investiert praktisch ausschließlich in Kredite von Tambadana in Malaysia.
Das entscheidet gleich zwei Dinge. Erstens die Streuung: Wenn Tambadana ausfällt, trifft es nicht einen Teil des Portfolios, sondern nahezu alles gleichzeitig. Die Auto-Invest-Einstellungen, mit denen du sonst über Kreditgeber streuen könntest, laufen hier ins Leere, weil es faktisch nur einen gibt. Zweitens die Rückkaufgarantie: Sie ist genau so viel wert wie die Zahlungsfähigkeit dieses einen Unternehmens, und zu dessen Finanzlage veröffentlicht Loanch keine Kennzahlen.
Wie viele Kredite sind überfällig?

Was uns nach sieben Monaten am meisten überrascht hat, sind zwei Kennzahlen, die Loanch offenlegt und die in der Werbung nicht vorkommen: der Anteil der aktuellen Investments, die 1 bis 15 Tage beziehungsweise 16 bis 30 Tage überfällig sind, aufgeschlüsselt nach Kreditgeber.
Bei Tambadana, dem Kreditgeber mit 99,9 Prozent des Portfolios, sind 21,9 Prozent der Investments 1 bis 15 Tage überfällig und weitere 21,64 Prozent 16 bis 30 Tage. Bei AhaPay sind es 51,81 Prozent im Fenster 1 bis 15 Tage und 18,35 Prozent im Fenster 16 bis 30 Tage.
Diese Zahlen richtig zu lesen ist wichtig, deshalb ordnen wir sie ein. Überfällig ist nicht dasselbe wie endgültig ausgefallen. Kurze Zahlungsverzögerungen kommen bei Verbraucherkrediten vor, und genau für diesen Fall ist der Rückkauf gedacht. Was Loanch allerdings nicht veröffentlicht, ist eine Heilungs- oder endgültige Ausfallquote. Aus den vorliegenden Daten lässt sich also nicht ablesen, wie viele dieser Kredite später wieder vertragsgemäß laufen.
Trotzdem ist das eine Größenordnung, die du kennen solltest: In den beiden veröffentlichten Verzugsfenstern zusammen steckt bei Tambadana rechnerisch rund 43,5 Prozent des Bestands, also mehr als vier von zehn Investments. Das ist kein Randphänomen. Wer hier mit der Erwartung eines Sparkontos einsteigt, wird von den Verzugsquoten überrascht. Wer verstanden hat, dass die hohen Zinsen genau diese Ausfallwahrscheinlichkeit bezahlen, sieht dieselben Zahlen als Preisschild.
Rückkaufgarantie: 30 Tage im Marketing, 60 Tage im Vertrag
Die Rückkaufgarantie ist ein zentrales Werbeargument von Loanch. Auf der deutschen Anlegerschutz-Seite steht: „Wenn Ihre Investition über 30 Tage säumig wird, ist der Kreditgeber verpflichtet, sie zurückzukaufen, einschließlich der aufgelaufenen Zinsen." Die Startseite ergänzt, der Marktdurchschnitt liege bei 60 Tagen, Loanch sei also schneller.
Genau bei diesem Punkt haben wir dreimal nachgehakt, weil er entscheidet, was passiert wenn ein Kredit nicht zurückkommt. Drei Abweichungen solltest du kennen.
Erstens die Frist. Das offizielle Risk Statement nennt nicht 30, sondern 60 Kalendertage Verzug, bevor die Rückkaufpflicht greift. Damit steht die werbliche 30-Tage-Aussage gegen die vertragliche 60-Tage-Aussage. Und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen stellen selbst klar, dass FAQ, Hilfeartikel und Marketing-Inhalte nicht Teil der Bedingungen sind und diese nicht verändern. Verbindlich ist damit die längere Frist.
Zweitens die Reichweite. Der Rückkauf gilt nicht flächendeckend. Das Risk Statement formuliert, die meisten Kreditgeber böten diese Möglichkeit, und ob die Rückkaufpflicht greift, stehe in der Beschreibung des jeweiligen Angebots auf der Plattform. Das ist eine Einzelfallprüfung, keine pauschale Zusage. Der werbliche Eindruck, überfällige Kredite würden automatisch zurückgekauft, ist damit zu optimistisch.
Drittens der Marktvergleich. Die Aussage, der Marktdurchschnitt liege bei 60 Tagen, ist eine Eigenangabe von Loanch. Eine Quelle dafür nennt die Plattform nicht.
Bleibt der Kern, und der steht genau so in den Vertragsdokumenten: Der Rückkauf kommt vom Kreditgeber, nicht von Loanch, nicht von einer Bank und nicht von einem unabhängigen Sicherungsfonds. Wie belastbar diese Zusage ist, hängt damit vollständig an der Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Kreditgebers. Prüfbare Zahlen dazu gibt Loanch nicht heraus: Die Originatoren-Seite zeigt Zins, Land, Status und kumuliertes Volumen, aber keine Bilanz.
Was Loanch selbst unter Anlegerschutz versteht

Loanch hat eine eigene Seite mit dem Titel Anlegerschutz. Sie listet sechs Punkte: Risikodiversifikation, Effiziente Due Diligence, DSGVO-Konformität, engagierter Kundensupport, garantierter Rückkauf und getrennte Konten. Zwei davon lohnen einen genauen Blick, weil sie mehr versprechen als die Vertragsdokumente halten.
Zur Due Diligence schreibt Loanch, man führe gründliche Prüfungen für jeden Kreditgeber durch, einschließlich Hintergrund- und rechtlicher Prüfungen, um sicherzustellen, dass sie „frei von Risiken wie Insolvenz oder Betrug sind". Kein Prüfprozess kann ein Unternehmen frei von Insolvenzrisiko machen, und das eigene Risk Statement widerspricht dieser Formulierung direkt, indem es den möglichen Totalverlust ausdrücklich benennt. Zwei Aussagen desselben Anbieters, die sich gegenseitig aufheben.
Zu den getrennten Konten heißt es, die Gelder würden getrennt von den Betriebsmitteln aufbewahrt, „wodurch sichergestellt wird, dass Ihre Investitionen sicher und vollständig zugänglich bleiben". Die Trennung der Konten selbst ist ein sinnvoller Mechanismus. Die Aussage zur vollständigen Zugänglichkeit passt aber nicht zum Risk Statement, das die Investments ausdrücklich als illiquide bezeichnet und festhält, dass du dein Geld unter Umständen erst zum Laufzeitende der jeweiligen Kredite zurückbekommst. Getrennt verwahrt ist das Guthaben auf deinem Loanch-Konto, nicht das Geld, das in laufenden Krediten steckt.
Es gibt allerdings einen echten plattformseitigen Schutzmechanismus, und der steht nicht auf der Marketing-Seite, sondern im Risk Statement: Bevor ein Kreditgeber Forderungen auf der Plattform anbieten darf, muss er eine Sicherheitsleistung von bis zu 30.000 Euro stellen. Fällt der Kreditgeber aus, verteilt Loanch diesen Betrag anteilig auf die Investoren. Gemessen an einem ausstehenden Portfolio von 11,8 Millionen Euro ist das eine überschaubare Größe. Es ist gut, dass es den Mechanismus gibt, aber er ist kein Sicherungsfonds.
Wie sicher ist dein Geld bei Loanch?
Keine Lizenz. Weder auf der Website noch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, im vorvertraglichen Informationsblatt oder im Risk Statement wird eine Finanzdienstleistungslizenz, eine Lizenznummer oder eine Aufsichtsbehörde genannt. Betreiber ist die PRZEMEK SAVJETOVANJE d.o.o. mit Sitz in der Kačićeva ulica 2 in Zagreb, Registernummer 49535909257, eine kroatische Gesellschaft, keine Bank. In einem eigenen Investoren-Update vom Juli 2026, das auf die BaFin-Meldung zum Fall Ventus Energy reagiert, schreibt Loanch, man arbeite weiterhin in der bestehenden Rechtsstruktur, gestützt auf externe Rechtsgutachten. Die Plattform beruft sich also auf Gutachten, nicht auf eine Zulassung. Im selben Update heißt es, Anlegergelder würden über lizenzierte Zahlungsdienstleister gehalten und verarbeitet. Die Lizenz liegt damit beim Zahlungsdienstleister, nicht bei Loanch.
Keine Einlagensicherung. Das Risk Statement ist hier so klar, wie es nur sein kann: Die Investments sind nicht durch die Einlagensicherungssysteme nach Richtlinie 2014/49/EU gedeckt und auch nicht durch die Anlegerentschädigungssysteme nach Richtlinie 97/9/EG. Weiter heißt es dort wörtlich, es bestehe die Möglichkeit, alle über die Plattform investierten Mittel zu verlieren, und Investieren auf der Plattform sei kein Sparprodukt. Zum Vergleich: Die EU-Einlagensicherungsrichtlinie 2014/49/EU, die Loanch in seinem Risk Statement selbst nennt, sieht für Bankeinlagen eine Deckung von 100.000 Euro pro Einleger und Institut vor. Hier gibt es diesen Schutz nicht.
Illiquidität. Die Vertragsdokumente bezeichnen die Investments ausdrücklich als illiquide. Ein Sekundärmarkt ist auf der Website nicht ausgewiesen. Ein vorzeitiger Ausstieg ist laut vorvertraglichem Informationsblatt möglicherweise gar nicht oder nur mit Verlust möglich. Auszahlungen vom Loanch-Guthaben werden laut Vertrag in der Regel innerhalb von drei kroatischen Bankarbeitstagen bearbeitet. Das gilt aber nur für freies Guthaben, nicht für Geld, das in laufenden Krediten steckt.
Ein Missverständnis vorweg ausräumen. Es gibt ein 14-tägiges Widerrufsrecht für Verbraucher nach kroatischem Verbraucherschutzrecht. Das vorvertragliche Informationsblatt stellt aber klar, dass es sich nicht auf bereits ausgeführte Abtretungsverträge erstreckt. Du kannst getätigte Investments also nicht innerhalb von 14 Tagen zurückgeben.
Wenn die Plattform selbst ausfällt. Auch dafür gibt es eine Klausel im Risk Statement: Sollte Loanch den Betrieb einstellen, will die Plattform die Verwaltung der geschlossenen Abtretungsverträge übertragen, und die Forderungsrechte gegen Kreditnehmer und Kreditgeber bleiben bei dir. Auf dem Papier ist das die richtige Konstruktion. Praktisch hängt der Wert dieser Forderungen dann daran, wer sie noch für dich einziehen kann.
Auf Trustpilot steht Loanch bei 3,2 von 5 Sternen, allerdings auf der schmalen Basis von 11 Bewertungen, davon 46 Prozent mit fünf und 36 Prozent mit einem Stern. Bei dieser Menge ist das eher ein Stimmungsbild als eine belastbare Bewertung.
Die Zahlungsstörung Anfang 2026
Loanch hatte 2026 einen echten Stresstest, und wir waren in diesem Zeitraum selbst investiert. Für den Zeitraum 5. Februar bis 25. April 2026 schreibt Loanch, ein Teil der Nutzer habe wegen eines temporären Problems beim Zahlungsdienstleister Einzahlungen nicht wie geplant vornehmen können. Das sind knapp drei Monate, in denen der Weg auf die Plattform gestört war. Mehr sagt Loanch dazu nicht: Wie viele Anleger betroffen waren und ob auch Auszahlungen betroffen waren, geht aus dem Beitrag nicht hervor.
Auffällig ist, wie sparsam Loanch das benennt. In dem Beitrag zum Kompensationsprogramm ist lediglich von einem temporären Problem beim Zahlungsanbieter die Rede. Welcher Dienstleister betroffen war, warum er ausfiel und welche Behörde beteiligt war, nennt Loanch öffentlich nicht.
Als Ausgleich hat Loanch ein Kompensationsprogramm aufgelegt: Betroffene bekamen einen Bonus-Neustart in Höhe von 1 Prozent des durchschnittlichen Tagesportfolios über einen Zeitraum von 45 Tagen, konkret vom 6. Juli bis 19. August 2026. Dieses Fenster ist abgelaufen, es ist also nichts, worauf du heute noch zugreifen kannst.
Und es gibt eine strukturelle Reaktion, die wir positiv einordnen: Seit dem 18. August 2026 hat Loanch mit Verifo einen zweiten Zahlungsdienstleister angebunden, mit SEPA Instant rund um die Uhr über ein Zahlungskonto in Litauen. Loanch begründet den Schritt selbst damit, die Abhängigkeit von einer einzigen Zahlungslösung zu verringern. Genau das war die Schwachstelle im Februar. Bemerkenswert ist nur, dass der Beitrag die Störung nicht erwähnt und den Schritt als Ausbau rahmt, nicht als Reparatur.
Die Lehre für dich als Anleger ist unabhängig von der Ursache: Bei einer Plattform ohne Lizenz und ohne Einlagensicherung kann dein Geld auch ohne Kreditausfall monatelang blockiert sein. Geld, das du zu einem bestimmten Termin brauchst, hat hier nichts zu suchen.
Wer die Plattform trotz der Risiken selbst ansehen will, kann mit dem Mindestbetrag anfangen statt mit einer großen Summe.
Einstieg, Auto-Invest und Auszahlung
Der Einstieg läuft in vier Schritten: Konto mit E-Mail-Adresse anlegen, Identität im automatisierten Online-Verfahren bestätigen, per Banküberweisung einzahlen, dann investieren. Für die Identitätsprüfung brauchst du ein Selfie und einen gültigen Ausweis und musst mindestens 18 Jahre alt sein. Bei uns war das an einem Abend erledigt, aufwendig ist daran nichts.
Investieren kannst du von Hand oder über den Auto-Invest. Dabei legst du einmal Kriterien fest, und die Plattform kauft passende Forderungen automatisch, sobald welche verfügbar sind. Einstellbar sind unter anderem der maximale Betrag pro Kredit, die Laufzeit, der Kreditgeber, die Zinsspanne, ob nur Kredite mit Rückkaufpflicht gekauft werden, und ob Rückzahlungen automatisch wieder angelegt werden.
Zwei Einschränkungen, die wir im Betrieb gemerkt haben. Automatisch heißt nicht sicher: Der Auto-Invest nimmt dir die Arbeit ab, aber nicht das Risiko, und er kauft genau das, was du einstellst, auch wenn dahinter ein hohes Risiko steht. Und der Filter nach Kreditgeber bringt aktuell wenig, weil 99,9 Prozent des Portfolios ohnehin von einem einzigen Kreditgeber kommen. Streuen über Kreditgeber ist bei Loanch derzeit eher eine Einstellung als echte Diversifikation.
Bei den Gebühren wirbt Loanch mit 0 Prozent und keinen versteckten Kosten, und die FAQ bestätigen, dass aktuell keine Gebühren von Investoren erhoben werden. Das vorvertragliche Informationsblatt behält sich Gebühren allerdings ausdrücklich vor, unter anderem für die Plattformnutzung, das Halten von Forderungen und für Auszahlungen beziehungsweise die Zahlungsabwicklung, und verweist dafür auf eine Preisliste. Diese Preisliste haben wir im Footer der Website nicht gefunden. Nach den aktuellen Angaben zahlst du also nichts, vertraglich ausgeschlossen sind Gebühren aber nicht, und ohne auffindbare Preisliste ist die Gebührenlage nicht vollständig überprüfbar.
Startbonus und Cashback für Neukunden

Über unseren Loanch Partnerlink* bekommst du als Neukunde zwei Bausteine zusammen: 20 Euro Willkommensbonus und 1 Prozent Cashback auf deine Investitionen in den ersten 90 Tagen. Nicht das eine oder das andere, sondern beides.
Die 20 Euro sind an Bedingungen geknüpft: mindestens 500 Euro Einzahlung innerhalb von sieben Tagen nach der Identitätsprüfung, mindestens 500 Euro investiert in Kredite mit mindestens 60 Tagen Restlaufzeit, und der Bonus ist danach 60 Tage lang nicht auszahlbar. Ein Bonus für die reine Anmeldung ist es also nicht. Das Cashback skaliert mit dem Einsatz und mit der Zeit: Es bezieht sich auf ein Fenster von 90 Tagen ab Registrierung, und was zählt, ist das Kapital, das in diesem Fenster tatsächlich in Kredite fließt. Guthaben, das auf dem Konto liegt, arbeitet weder für den Zins noch für den Bonus.
Daneben läuft unabhängig vom Neukunden-Paket das Treueprogramm: sechs Stufen, gestaffelt nach Portfoliogröße, von 0,25 Prozent zusätzlichem Zins ab 3.000 Euro bis 1,50 Prozent ab 80.000 Euro. Laut den Programmbedingungen gilt der Zusatzzins allerdings nur für Investments, die nach der Statusverleihung neu getätigt werden, und Loanch kann das Programm jederzeit ändern oder beenden.
Beide Bausteine ändern nichts an der Risikolage. Ein Bonus macht eine Plattform ohne ausgewiesene Lizenz und ohne Einlagensicherung nicht sicherer, er verbessert nur den Einstiegspreis. Wie du das Paket bekommst und welche Loanch-Aktionen inzwischen abgelaufen sind, steht im Loanch Bonus und Cashback.
20 Euro Willkommensbonus plus 1 Prozent Cashback auf die ersten 90 Tage, beides zusammen über den Partnerlink.
Steuern: Loanch ist nicht steuereinfach
Loanch führt keine Steuer für dich ab. Das vorvertragliche Informationsblatt sagt ausdrücklich, dass die Plattform keine Steuerberatung leistet und keine Steuer auf die erzielten Erträge einbehält.
Für Anleger in Deutschland bedeutet das: Die Zinsen sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Weil kein deutsches Institut die Steuer einbehält, musst du die Erträge selbst in der Steuererklärung angeben, in der Anlage KAP. Wer das vergisst, riskiert Ärger mit dem Finanzamt.
Plane die Steuer von Anfang an in deine Renditeerwartung ein. Aus 14,75 Prozent vor Steuern wird nach Abgeltungssteuer und Soli ein deutlich kleinerer Betrag. Die genaue Behandlung im Einzelfall klärt dein Steuerberater, dieser Abschnitt ist keine Steuerberatung.
Loanch im Regulierungs-Vergleich
Um das Regulierungsprofil einzuordnen, hilft der Blick auf zwei lizenzierte Plattformmodelle, die im Euroraum verbreitet sind. Wo Loanch und die anderen Anbieter aus unserem Test dabei stehen, siehst du im P2P-Kredite Vergleich:
Loanch | Plattform mit ECSP-Lizenz | Plattform mit MiFID-Lizenz | |
|---|---|---|---|
| Lizenz ausgewiesen | nein | ja, EU-Verordnung 2020/1503 | ja, MiFID II |
| Finanzaufsicht | keine genannt | nationale Finanzaufsicht | nationale Finanzaufsicht |
| Anlegerentschädigung | laut Risk Statement keine | je nach Ausgestaltung | grundsätzlich möglich |
| Einlagensicherung | laut Risk Statement keine | keine (kein Bankprodukt) | keine (kein Bankprodukt) |
| Absicherung bei Kreditgeber-Ausfall | Sicherheitsleistung des Kreditgebers bis 30.000 € | je nach Plattformmodell | je nach Plattformmodell |
| Beworbene Rendite | bis 15,9 % APR | modellabhängig | modellabhängig |
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Der Unterschied ist damit klar benannt: Loanch weist anders als die beiden lizenzierten Modelle keine Lizenz und keine Aufsicht aus, und der einzige plattformseitige Puffer bei einem Kreditgeber-Ausfall ist dessen Sicherheitsleistung von bis zu 30.000 Euro. Das ist kein Widerspruch zur hohen Zins-Headline, sondern der Preis, zu dem diese Rendite verkauft wird. Wenn dir Aufsicht und Anlegerschutz wichtiger sind als der Zinssatz, findest du im P2P-Kredite Vergleich die Plattformen mit ECSP- oder MiFID-Lizenz und kannst die Profile direkt gegeneinander stellen.
Für wen Loanch passt und für wen nicht
Dafür spricht
- 14,75 % Durchschnittsrendite laut offizieller Statistik
- Einstieg ab 10 € und derzeit keine Gebühren für Anleger
- Rückkaufpflicht des Kreditgebers bei Zahlungsverzug
- Treueprogramm mit bis zu 1,50 % Zusatzzins ab 3.000 €
- Transparente Statistik-Seite inklusive Verzugsquoten
- Zweiter Zahlungsdienstleister seit August 2026 angebunden
Dagegen spricht
- Keine Lizenz und keine Finanzaufsicht ausgewiesen
- Keine Einlagensicherung, kein Anlegerentschädigungssystem
- 99,9 % des Portfolios bei einem einzigen Kreditgeber
- Rückkauf: 30 Tage im Marketing, 60 Tage im Risk Statement
- Einzahlungen Feb bis Apr 2026 laut Loanch gestört
- Illiquide, kein ausgewiesener Sekundärmarkt
- Nicht steuereinfach, Anlage KAP selbst ausfüllen
Kommt in Frage, wenn du bereits Erfahrung mit P2P-Krediten hast, die Struktur oben verstanden hast und Loanch bewusst als kleine, spekulative Beimischung einsetzt, mit Geld, dessen Totalverlust dich nicht aus der Bahn wirft. Loanch selbst schreibt in seinem Risk Statement, Investieren auf der Plattform sei kein Sparprodukt und man solle nicht mehr als 10 Prozent des Nettovermögens dort anlegen.
Kommt nicht in Frage, wenn du sicherheitsorientiert bist und dein Geld verlässlich parken willst, wenn Loanch deine erste Geldanlage wäre, oder wenn du das Geld zu einem bestimmten Termin brauchst. Der Notgroschen gehört auf ein gesichertes Konto, nicht auf eine Plattform ohne Einlagensicherung, auf der der Zahlungsweg schon einmal knapp drei Monate gestört war.
Fazit: unsere Loanch Erfahrungen
Nach sieben Monaten auf der Plattform ist unser Bild differenziert. Loanch ist keine offensichtlich unseriöse Plattform: Das Vertragsmodell ist das saubere Marktplatz-Prinzip, es gibt mehrere ausführliche Vertragsdokumente inklusive Risk Statement und vorvertraglichem Informationsblatt, und die Statistik-Seite legt Verzugsquoten je Kreditgeber offen. Das gehört in ein ehrliches Fazit genauso hinein wie die Kritik.
Die Kritik wiegt trotzdem schwer, und sie kommt größtenteils aus Loanchs eigenen Unterlagen. Es gibt keine ausgewiesene Lizenz und keine Aufsicht, keine Einlagensicherung und kein Anlegerentschädigungssystem. 99,9 Prozent des Portfolios hängen an einem einzigen Kreditgeber, und der Rückkauf, der dieses Risiko abfedern soll, wird laut den Geschäftsbedingungen von genau diesem Kreditgeber geschuldet und nicht von Loanch. Die beworbene 30-Tage-Rückkauffrist steht gegen 60 Tage im Risk Statement, und der Rückkauf gilt nicht für alle Kredite. Und von Februar bis April 2026 war der Zahlungsweg auf die Plattform laut Loanch knapp drei Monate gestört.
Unser Urteil: Die 14,75 Prozent Durchschnittsrendite sind das Preisschild für dieses Risikoprofil, nicht ein Geschenk. Für erfahrene P2P-Anleger, die genau das wollen und klein dosieren, kann Loanch eine bewusste Beimischung sein. Für alle, die Sicherheit suchen, für Einsteiger und für Geld mit Termin ist es das falsche Produkt. Wenn du investierst, dann nur mit Kapital, dessen Totalverlust du verkraftest. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.
20 Euro Willkommensbonus plus 1 Prozent Cashback auf die ersten 90 Tage, beides über den Partnerlink.
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