Ich nutze die American Express Platinum seit über zwei Jahren und habe sie in dieser Zeit auf Herz und Nieren getestet. 720 Euro Jahresgebühr klingen nach viel – doch mit Priority Pass Lounge-Zugang an 1.550+ Flughäfen, 200 Euro Reiseguthaben, 150 Euro Restaurantguthaben und umfangreichen Reiseversicherungen hat sich die Karte für mich persönlich mehr als bezahlt gemacht. Aktuell gibt es über den Empfehlungslink 80.000 Membership Rewards Punkte als Willkommensbonus. In diesem Test zeige ich dir ehrlich, für wen sich die Karte lohnt und wo die Grenzen liegen.
Was ist die American Express Platinum?
Ich gebe es zu: Als ich die American Express Platinum* zum ersten Mal beantragt habe, hatte ich durchaus Respekt vor den 720 Euro Jahresgebühr. Die Karte besteht aus Metall und wird monatlich mit 60 Euro abgerechnet. Was mich letztlich überzeugt hat: Es geht nicht um eine normale Kreditkarte zum Bezahlen.
Anders als bei vielen günstigen Kreditkarten wie der Advanzia Mastercard Gold oder der Barclays Visa liegt der eigentliche Wert in den zahlreichen Zusatzleistungen: Priority Pass Lounge-Zugang, jährliche Guthaben im Wert von aktuell über 650 Euro, umfangreiche Reiseversicherungen und Status-Upgrades bei Hotels und Mietwagen. In meinem Fall hat sich die Karte schon im ersten Jahr komplett amortisiert.

Die wichtigsten Eckdaten auf einen Blick:
Details | |
|---|---|
| Jahresgebühr | 720 € (60 € monatlich) |
| Priority Pass | Mit Gastzugang (bis zu 50 Lounge-Besuche pro Jahr) |
| Reiseguthaben | 200 € jährlich |
| SIXT ride Guthaben | 200 € jährlich |
| Restaurantguthaben | 150 € jährlich |
| Shoppingguthaben | 100 € bei LODENFREY jährlich |
| Versicherungspaket | Umfangreich |
| Membership Rewards | 1 € = 1 Punkt |
| Platinum Portfolio | Bis zu 7 Karten (inkl. Zusatzkarten) |
| Kontaktloses Bezahlen | Apple Pay und Google Pay |
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Die Karte eignet sich vor allem für Personen, die regelmäßig reisen und bereit sind, die Vorteile auch aktiv zu nutzen. Wer das tut, bekommt erfahrungsgemäß deutlich mehr zurück, als er an Gebühren zahlt. Solche Konditionen werden allerdings erfahrungsgemäß regelmäßig angepasst – aktuell ist das Gesamtpaket aus meiner Sicht sehr stark.
Premium-Kreditkarte mit Lounge-Zugang, 650€+ Guthaben und Reiseversicherungen.
American Express Platinum im Video
In meinem ausführlichen Video-Test schaue ich mir die American Express Platinum* im Detail an. Ich gehe auf alle Vorteile und Nachteile ein, rechne vor, wie sich die Jahresgebühr amortisiert und für wen sich die Karte wirklich lohnt.
Alle Guthaben und Vorteile im Überblick
Das Herzstück der American Express Platinum* sind die jährlichen Guthaben, die sich auf aktuell über 650 Euro pro Jahr summieren. Ich habe mir angewöhnt, diese Guthaben ganz bewusst einzuplanen – und so reduziert sich die effektive Jahresgebühr erheblich.
200 € Online-Reiseguthaben
Jedes Jahr erhältst du 200 Euro Reiseguthaben, das du im American Express Reiseportal einlösen kannst. Das Portal funktioniert ähnlich wie Booking.com oder Expedia – du buchst dort Hotels, Flüge oder Mietwagen und die 200 Euro werden direkt verrechnet.
Wichtig: Das Guthaben muss in einer einzigen Buchung aufgebraucht werden. Du kannst es nicht auf mehrere kleine Buchungen aufteilen. Mein Tipp: Ich buche mir jedes Jahr eine Hotelübernachtung im Bereich von 200 bis 220 Euro über das Portal und zahle dann nur die kleine Differenz selbst. So nutze ich das Guthaben jedes Jahr vollständig aus.
150 € Restaurantguthaben
Als Platinum-Mitglied stehen dir jährlich 150 Euro Restaurantguthaben bei ausgewählten Partnerrestaurants zur Verfügung. Dieses Guthaben kannst du – im Gegensatz zum Reiseguthaben – in mehreren Teilbeträgen nutzen. Du zahlst einfach mit deiner AMEX in einem der teilnehmenden Restaurants und das Guthaben wird automatisch verrechnet.
In meinem Fall nutze ich das Guthaben regelmäßig in den ALEX-Restaurants, die es in vielen deutschen Städten gibt. Ein Frühstück oder Abendessen mit der Familie – und das Guthaben wird Stück für Stück aufgebraucht. Das fühlt sich ehrlich gesagt weniger nach „Kreditkartenbonus" an und mehr nach einem regelmäßigen Geschenk.
200 € SIXT ride Fahrtguthaben
Das SIXT ride Guthaben umfasst 200 Euro pro Jahr und wird in Teilbeträgen von je 15 Euro abgerechnet. SIXT ride ist ein Limousinenservice und Flughafentransfer-Service. Die Fahrten sind im Vergleich zu normalen Taxis deutlich teurer, bieten dafür aber Premium-Fahrzeuge und professionellen Service.
Ich nutze SIXT ride vor allem für Flughafentransfers – da ist der Komfort den kleinen Aufpreis gegenüber einem normalen Taxi wert, besonders wenn das Guthaben die Kosten abdeckt. Wer SIXT ride normalerweise nicht nutzen würde, kann diesen Vorteil in der Gegenrechnung etwas niedriger ansetzen.
100 € Shoppingguthaben bei LODENFREY
Jedes Jahr gibt es 2 x 50 Euro Guthaben bei LODENFREY in München oder im LODENFREY Onlineshop. LODENFREY ist eine Premium-Boutique mit internationalen Designer-Kollektionen und Luxus-Lifestyleprodukten.
Mein Tipp: Selbst wenn du normalerweise nicht bei LODENFREY einkaufen würdest, lohnt sich ein Blick in den Onlineshop. Ich bestelle dort z.B. hochwertige Basics oder Accessoires. Falls etwas nicht passt, kannst du es weiterverkaufen und holst dir das Guthaben so in bares Geld zurück. Die aktuellen Partnerrestaurants und Shopping-Partner ändern sich gelegentlich – es lohnt sich, regelmäßig in der App nachzuschauen.
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Priority Pass – Lounge-Zugang weltweit

Ich sage es ganz ehrlich: Der Priority Pass war für mich persönlich der Hauptgrund, die American Express Platinum* zu beantragen. Mit dem Priority Pass erhältst du Zugang zu über 1.550 Flughafen-Lounges an mehr als 500 Flughäfen in über 140 Ländern weltweit.
Was bieten die Lounges?
In den Business-Lounges erwarten dich typischerweise:
- •Kostenlose Getränke und Snacks (oft auch warme Mahlzeiten)
- •Bequeme Sitzgelegenheiten und ruhige Atmosphäre
- •Kostenloses WLAN
- •Duschen und teilweise Schlafmöglichkeiten
- •Zeitungen und Magazine
Wer einmal bei einem 4-stündigen Layover entspannt in einer Lounge gesessen hat statt auf einer unbequemen Flughafenbank, will nicht mehr zurück. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
Gastzugang inklusive
Was mich besonders überzeugt hat: Mit deiner Priority Pass Karte kannst du einen Gast kostenlos mitnehmen. Wenn du eine kostenlose Zusatzkarte für deinen Partner beantragst, bekommt dieser ebenfalls einen eigenen Priority Pass mit Gastzugang. Das bedeutet: Ihr könnt als Familie zu viert in die Lounge gehen.
Limitierung auf 50 Besuche
Seit einer Anpassung der Konditionen sind die Lounge-Besuche auf 50 Stück pro Jahr begrenzt – und zwar für beide Karteninhaber zusammen. Klingt nach einer Einschränkung, ist aber in der Praxis für die allermeisten Reisenden mehr als genug. 50 Besuche entsprechen rund 25 Hin- und Rückreisen pro Jahr – das schaffen die wenigsten.
Wie viel ist der Priority Pass wert?
Ein einzelner Priority Pass kostet regulär rund 400 bis 500 Euro pro Jahr. Bei zwei Karten (Haupt- und Zusatzkarte) läge der Wert allein für die Lounge-Zugänge bei über 800 Euro – mehr als die gesamte Jahresgebühr der Platinum Card.
In meinem Fall nutze ich den Priority Pass bei fast jeder Flugreise. Allein dadurch hat sich die Karte für mich schon gelohnt. Bedenke aber, dass der Wert nur dann real ist, wenn du die Lounges tatsächlich besuchst. Wer nur ein- bis zweimal im Jahr fliegt, wird diesen Vorteil kaum ausschöpfen.
Status-Upgrades bei Hotels und Mietwagen
Was viele unterschätzen: Als Inhaber der American Express Platinum* erhältst du automatisch Status-Upgrades bei verschiedenen Hotel- und Mietwagenpartnern. Diese Vorteile musst du allerdings einmalig über die AMEX-Plattform aktivieren – das dauert keine zwei Minuten.
Hotelvorteile
Bei verschiedenen Hotelketten profitierst du von:
- •Früheres Check-in und späteres Check-out
- •Kostenlose Zimmer-Upgrades (sofern verfügbar)
- •Kostenlose Frühstücks-Upgrades
- •Zugang zu exklusiven Bereichen
In meinem Fall hat mir allein das kostenlose Frühstücks-Upgrade bei einem 5-Nächte-Aufenthalt rund 150 Euro gespart. Pro Person und Tag sparst du damit leicht 20 bis 30 Euro – das summiert sich schnell.
Mietwagenvorteile
Bei Mietwagenanbietern wie Hertz, SIXT und Avis erhältst du ebenfalls Statusvorteile:
- •Upgrade in die nächsthöhere Fahrzeugklasse
- •Rabatte auf Mietpreise
- •Bevorzugter Service bei der Abholung
Weitere Mitgliedschaften
Zusätzlich bietet die Platinum Card Zugang zu:
- •Golf Fee Card International – für Golfer interessant
- •Sansibar The Fine Wine Club – für Weinliebhaber
- •Exklusive Events und Tastings über die Amex Experiences App

Versicherungspaket der AMEX Platinum
Ein Punkt, der mich bei der American Express Platinum* wirklich positiv überrascht hat: Das Versicherungspaket ist deutlich umfangreicher, als ich es erwartet hatte. Im Vergleich zu kostenlosen Kreditkarten wie der Advanzia Mastercard Gold sind die Deckungssummen höher und die Bedingungen umfangreicher.
Folgende Versicherungen sind enthalten:
- •Auslandsreise-Krankenversicherung – mit einer Selbstbeteiligung von max. 500 € pro Person
- •Reiserücktrittskosten-Versicherung – bei unvorhergesehenen Ereignissen
- •Reisegepäckversicherung – bis zu 3.000 € pro Reise
- •Reisekomfortversicherung – bei Flug- oder Gepäckverspätung
- •Mietwagen-Vollkaskoversicherung – bis zu 75.000 €
- •Mietwagen-Haftpflichtversicherung – je nach Land mit Selbstbeteiligung
- •Reise-Privathaftpflichtversicherung
- •Reise-Unfallversicherung
Wichtige Voraussetzung: Mindestens 50 % der gesamten Reisekosten müssen mit der American Express Platinum bezahlt worden sein, damit der Versicherungsschutz greift. Ich achte deshalb konsequent darauf, Flüge und Hotels immer über die Karte abzurechnen.
Mein Tipp: Die Mietwagen-Vollkaskoversicherung ist für mich der versteckte Star im Paket. Ich verzichte bei jeder Mietwagenbuchung auf die teure Vollkasko-Option des Vermieters und nutze stattdessen den Versicherungsschutz der AMEX Platinum. Das spart pro Buchung schnell 10 bis 30 Euro pro Tag. Bei einem zweiwöchigen Urlaub sind das bis zu 420 Euro Ersparnis – allein durch diese eine Versicherung. Seit ich die Karte habe, zahle ich keine separate Reiseversicherung mehr.
Trotzdem solltest du die Versicherungsbedingungen im Detail lesen. Die Selbstbeteiligungen und Deckungsgrenzen variieren je nach Versicherungsart und Reiseland.
Membership Rewards und Punkteturbo

Mit jeder Zahlung über die American Express Platinum* sammelst du Membership Rewards Punkte nach dem Prinzip: 1 Euro Umsatz = 1 Punkt. Diese Punkte kannst du anschließend flexibel einlösen – und genau hier wird es spannend.
Die Einlösemöglichkeiten
Membership Rewards Punkte lassen sich auf verschiedene Arten einlösen:
- •Transfer in Flugmeilen – der wertvollste Einlöseweg und meine persönliche Empfehlung. Du kannst deine Punkte z.B. in Avios (British Airways), Miles & More oder andere Airline-Programme transferieren. Der Umrechnungskurs liegt bei den meisten Partnern bei 1:1.
- •Transfer zu Payback – Umrechnungsfaktor 3:1 (drei Membership Rewards Punkte = ein Payback Punkt = 1 Cent). Bei 80.000 Willkommenspunkten wären das ca. 26.667 Payback Punkte = rund 267 Euro.
- •Verrechnung mit der Kartenabrechnung – Positionen deiner Abrechnung können mit Punkten beglichen werden.
- •Amazon-Zahlungen – möglich, aber mit einem ungünstigen Umrechnungskurs. Davon rate ich ab.
Der Punkteturbo (Membership Rewards Turbo)
Ein Hack, den viele Platinum-Inhaber nicht kennen: Du kannst den sogenannten Punkteturbo aktivieren. Damit sammelst du 1,5 Punkte pro Euro statt nur einen Punkt. Dieses Upgrade ist bis zu einem Umsatz von 40.000 Euro nutzbar und bringt dir somit bis zu 20.000 zusätzliche Punkte.
Den Punkteturbo aktivierst du entweder über den Link in der Videobeschreibung oder durch einen Anruf beim AMEX Kundenservice. Mein Tipp: Aktiviere den Punkteturbo direkt nach Erhalt der Karte – so sammelst du von Anfang an mit dem besseren Kurs.
Praxisbeispiel: Flüge mit Punkten buchen
Mit 80.000 Membership Rewards Punkten lassen sich z.B. Langstreckenflüge in Business Class buchen. Über das Avios-Programm von British Airways erreichst du Ziele wie Vietnam, Thailand oder die USA. Der reguläre Preis für solche Flüge liegt oft bei 2.000 bis 4.000 Euro – ein enormer Gegenwert.
Ich sammle meine Punkte gezielt für Flugmeilen, weil der Gegenwert dort am höchsten ist. Wer die Punkte stattdessen in Payback umwandelt, erhält zwar nur rund 267 Euro, hat dafür aber sofort verfügbares Guthaben. Die Flugmeilen-Route erfordert etwas mehr Planung, ist finanziell aber deutlich attraktiver.
Willkommensbonus und Neukundenprämie
Aktuell bietet American Express einen Willkommensbonus von bis zu 80.000 Membership Rewards Punkten für neue Platinum-Mitglieder an. Das ist ein sehr starkes Angebot – solche Bonushöhen werden erfahrungsgemäß regelmäßig angepasst und sind nicht dauerhaft garantiert.
Voraussetzungen für den Bonus
Um den vollen Willkommensbonus zu erhalten, musst du:
- •Innerhalb der ersten 6 Monate einen Kartenumsatz von mindestens 10.000 Euro tätigen
- •Das Kartenkonto einwandfrei führen (kein Zahlungsverzug)
- •Den Kartenvertrag nicht innerhalb der ersten 12 Monate kündigen
- •In den letzten 18 Monaten nicht bereits Inhaber einer AMEX Platinum gewesen sein
10.000 Euro Umsatz – ist das realistisch?
10.000 Euro Umsatz in 6 Monaten klingt auf den ersten Blick nach viel. In meinem Fall war es aber erstaunlich einfach: Fixkosten wie Miete, Versicherungen, Abonnements, Lebensmitteleinkäufe und ein geplanter Urlaub haben sich schnell summiert. Wenn du die Beantragung zeitlich so legst, dass größere Ausgaben anstehen, kommst du erfahrungsgemäß problemlos auf den Mindestumsatz.
Wichtig: Nutze den Bonus über unseren Empfehlungslink*, denn nur so erhältst du den aktuellen Willkommensbonus. Bei einer Beantragung direkt über die AMEX-Website kann der Bonus geringer ausfallen oder ganz entfallen.
Premium-Kreditkarte mit Lounge-Zugang, 650€+ Guthaben und Reiseversicherungen.
Die wichtigsten Nachteile der AMEX Platinum
Ich will hier ganz ehrlich sein: So umfangreich die Vorteile der American Express Platinum* auch sind – es gibt einige Nachteile, die du kennen solltest. Ich zeige dir aber auch, wie ich persönlich damit umgehe.
1. Hohe Fremdwährungsgebühren (2 %)
Der wohl größte Nachteil für Reisende: Bei Zahlungen in Fremdwährungen fallen 2 % Gebühren an. Das ist im Vergleich zu Karten wie der Advanzia Mastercard Gold (0 % Fremdwährungsgebühr) oder der Barclays Visa ein klarer Nachteil. Bei einem Urlaub mit 2.000 Euro Ausgaben in einer Fremdwährung sind das 40 Euro zusätzliche Kosten.
Meine Lösung: Ich nutze die AMEX im Ausland ausschließlich für Euro-Zahlungen und Hotels (wegen des Versicherungsschutzes). Für alles in Fremdwährung ziehe ich meine Zweitkarte. Damit fällt das Problem komplett weg.
2. Hohe Gebühren beim Geldabheben (4 %, mind. 5 €)
Bargeldabhebungen mit der AMEX Platinum sind teuer: 4 % des Betrags, mindestens 5 Euro pro Abhebung. Die Karte ist daher absolut nicht zum Geldabheben geeignet. Das löse ich mit meiner Debitkarte – dazu gleich mehr im Abschnitt zur Kartenkombination.
3. Hohe Jahresgebühr von 720 Euro
720 Euro pro Jahr klingen nach viel – und das sind sie auch. Aber wenn ich mir anschaue, dass allein die Guthaben 650 Euro wert sind und der Priority Pass regulär 400 bis 500 Euro kostet, relativiert sich das schnell. Die Karte lohnt sich aber wirklich nur, wenn du die Vorteile aktiv nutzt. Wer sie als normale Zahlungskarte behandelt, zahlt drauf.
4. Geringere Akzeptanz als Visa und Mastercard
American Express wird nicht überall akzeptiert. In Deutschland hat sich die Akzeptanz zwar deutlich verbessert (ALDI, Lidl, Amazon und viele weitere Shops akzeptieren AMEX), aber insbesondere im Ausland und bei kleineren Geschäften stößt du gelegentlich an Grenzen. In meinem Alltag passiert das vielleicht ein- bis zweimal im Monat – eine Visa oder Mastercard als Zweitkarte löst das Problem.
5. Hoher Mindestumsatz für den Willkommensbonus
10.000 Euro Umsatz in den ersten 6 Monaten sind nicht für jeden erreichbar. Mein Tipp: Lege die Beantragung auf einen Zeitpunkt, an dem größere Ausgaben anstehen – Urlaub, Versicherungsbeiträge oder eine Anschaffung. So erreichst du den Mindestumsatz, ohne künstlich mehr auszugeben.
Die Lösung: AMEX Platinum + Reise-Debitkarte
Meine persönliche Kombination, die alle Nachteile auffängt: Die AMEX Platinum für alle Fixkosten und Euro-Zahlungen, kombiniert mit einer gebührenfreien Debitkarte für Zahlungen in Fremdwährungen und Bargeldabhebungen.
Dafür eignet sich z.B. die C24 Mastercard oder die Trade Republic Visa, mit denen du weltweit ohne Fremdwährungsgebühren zahlen und kostenlos Geld abheben kannst. Seit ich diese Kombi nutze, vermisse ich nichts.
AMEX Platinum vs Gold Card im Vergleich
Ich werde oft gefragt: Platinum oder Gold – welche lohnt sich mehr? Beide Karten bieten Reisevorteile und Guthaben, unterscheiden sich aber erheblich in Umfang und Preis.
Die Gold Card kostet mit 240 Euro pro Jahr (20 Euro monatlich) nur ein Drittel der Platinum Card und bietet ebenfalls Guthaben, Versicherungen und ein Membership Rewards Programm. Allerdings fehlen der Priority Pass, das Reiseguthaben und die Statusvorteile bei Hotels und Mietwagen – und das sind für mich persönlich die entscheidenden Argumente.
Wer weniger als fünfmal pro Jahr fliegt und die Premium-Vorteile nicht ausschöpfen kann, fährt mit der Gold Card günstiger. Für Vielreisende, die den Priority Pass und die Statusvorteile aktiv nutzen, ist die Platinum Card trotz der höheren Gebühr erfahrungsgemäß die wirtschaftlichere Wahl. Einen detaillierten Vergleich beider Karten findest du in unserem AMEX Platinum vs. Gold Vergleich.
Eigenschaft | Platinum Card | Gold Card | |
|---|---|---|---|
| Jahresgebühr | 720 € (60 €/Monat) | 240 € (20 €/Monat) | |
| Reiseguthaben | 200 €/Jahr | – | |
| SIXT ride Guthaben | 200 €/Jahr | Bis zu 290 € (SIXT/FREENOW) | |
| Restaurantguthaben | 150 €/Jahr | – | |
| Shoppingguthaben | 100 € (LODENFREY) | Bis zu 80 € (LODENFREY) | |
| Priority Pass | Ja, inkl. Gastzugang | Nein | |
| Lounge-Zugang | 1.550+ Lounges weltweit | – | |
| Hotel-Status | Ja, bei mehreren Ketten | – | |
| Mietwagen-Status | Ja (Hertz, SIXT, Avis) | – | |
| Versicherungspaket | Umfangreich | Umfangreich | |
| Membership Rewards | 1 € = 1 Punkt | 1 € = 1 Punkt | |
| Zusatzkarten | Bis zu 7 Karten | 1 Zusatzkarte inklusive | |
| Karte aus Metall | Ja | Ja | |
| Apple Pay / Google Pay | Ja | Ja |
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Rechenbeispiel: Lohnt sich die AMEX Platinum?
Ich rechne gerne vor, ob sich die American Express Platinum* tatsächlich lohnt – denn am Ende zählen Zahlen, nicht Gefühle. Hier mein realistisches Rechenbeispiel für das erste Jahr:
Einnahmen-Seite (Vorteile, die du nutzt):
Wert | |
|---|---|
| Reiseguthaben (Hotelübernachtung) | 200 € |
| Restaurantguthaben | 150 € |
| SIXT ride Guthaben | 200 € |
| Shoppingguthaben LODENFREY | 100 € |
| Willkommensbonus (80.000 Punkte → Payback) | ~267 € |
| Summe | ~917 € |
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Kosten-Seite:
Betrag | |
|---|---|
| Jahresgebühr | 720 € |
| Summe | 720 € |
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Ergebnis: +197 Euro im Plus – und das ohne den Wert des Priority Pass, der Versicherungen und der Statusvorteile einzurechnen. Wandelst du die Willkommenspunkte in Flugmeilen statt in Payback um, kann der Gegenwert sogar bei über 1.500 Euro liegen.
In den Folgejahren entfällt der Willkommensbonus. Dann musst du die Guthaben (650 Euro) und den Wert des Priority Pass (ca. 400 Euro regulär) gegen die Jahresgebühr von 720 Euro aufrechnen. In meinem Fall bleibe ich auch ohne Willkommensbonus deutlich im Plus, weil ich die Guthaben konsequent einlöse und den Priority Pass regelmäßig nutze.
Aber ich will ehrlich sein: Die Karte ist kein Selbstläufer. Wer sie nur als normale Zahlungskarte nutzt und die Guthaben verfallen lässt, zahlt drauf. Du musst die Vorteile aktiv einsetzen – dann rechnet sie sich aber sehr deutlich.
Die perfekte Kartenkombination für Reisende
Die American Express Platinum* hat mit den Fremdwährungsgebühren und der eingeschränkten Akzeptanz zwei klare Schwächen. Deshalb nutze ich persönlich eine Zwei-Karten-Strategie, die ich jedem empfehlen kann:
AMEX Platinum für:
- •Alle Fixkosten und wiederkehrende Zahlungen in Euro (Membership Rewards sammeln)
- •Hotelreservierungen und Mietwagenbuchungen (Versicherungsschutz)
- •Lounge-Zugang am Flughafen
- •Guthaben einlösen (Reise, Restaurant, SIXT)
C24 Mastercard oder Trade Republic Visa für:
- •Zahlungen in Fremdwährungen (0 % Gebühren)
- •Bargeldabhebungen im Ausland (kostenlos)
- •Zahlungen bei Händlern, die keine AMEX akzeptieren
Mit dieser Zwei-Karten-Strategie nutzt du die Stärken beider Karten und umgehst die jeweiligen Schwächen komplett. Die AMEX sammelt Punkte auf deine Euro-Ausgaben, und die Debitkarte übernimmt alle Fremdwährungstransaktionen und Bargeldabhebungen. In meinem Alltag funktioniert das reibungslos.
Mehr zur C24 Bank und ihren Konditionen findest du in meinem separaten Testbericht. Auch die DKB und N26 sind solide Optionen als Reisebegleitung.
AMEX Platinum – Vorteile und Nachteile im Überblick
Für wen lohnt sich die AMEX Platinum?
- Vielreisende, die mehrmals im Jahr fliegen und Lounges nutzen
- Geschäftsreisende, die regelmäßig Hotels und Mietwagen buchen
- Personen mit hohen monatlichen Ausgaben in Euro (Punkte sammeln)
- Familien, die den Gastzugang beim Priority Pass nutzen möchten
- Reisende, die das Versicherungspaket als Ersatz für separate Reiseversicherungen nutzen
- Genießer, die das Restaurantguthaben bei Partnerrestaurants einlösen
Für wen lohnt sie sich NICHT?
- Wenigreisende, die nur 1-2 Mal pro Jahr fliegen
- Personen mit geringem monatlichen Umsatz (Willkommensbonus schwer erreichbar)
- Reisende, die hauptsächlich in Fremdwährungen zahlen (2 % Gebühren)
- Nutzer, die regelmäßig Bargeld abheben müssen
- Personen, die eine hohe Akzeptanz bei allen Händlern erwarten
- Sparfüchse, die die Guthaben nicht aktiv einlösen würden
So beantragst du die AMEX Platinum
Die Beantragung der American Express Platinum* ist komplett online möglich und dauert nur wenige Minuten. In meinem Fall war die Karte nach drei Werktagen da. Die Voraussetzungen sind überschaubar:
- •Du bist mindestens 18 Jahre alt
- •Dein Hauptwohnsitz befindet sich in Deutschland
- •Du verfügst über eine Bankverbindung in Euro in einem SEPA-Land
- •Du warst in den letzten 18 Monaten nicht Inhaber einer AMEX Platinum
Nach der Beantragung erhältst du deine Karte innerhalb weniger Werktage per Post. Die Aktivierung erfolgt über die Amex App oder online. Mein Tipp: Aktiviere dort direkt den Priority Pass und die Status-Upgrades bei den Partnerunternehmen – das vergessen viele und verschenken dann Vorteile in den ersten Wochen.
Beantrage die Karte am besten zu einem Zeitpunkt, an dem du in den nächsten 6 Monaten ohnehin höhere Ausgaben planst (Urlaub, größere Anschaffungen). So erreichst du den Mindestumsatz für den Willkommensbonus, ohne künstlich mehr auszugeben. Aktuell gibt es 80.000 Punkte als Willkommensbonus – solche Konditionen ändern sich erfahrungsgemäß regelmäßig.

Fazit: Lohnt sich die American Express Platinum?
Ich nutze die American Express Platinum* seit über zwei Jahren und würde sie jederzeit wieder beantragen. Aber ich sage auch klar: Sie ist keine Karte für jedermann – und das ist auch nicht ihr Anspruch. Mit 720 Euro Jahresgebühr richtet sie sich an Vielreisende und Personen, die bereit sind, die zahlreichen Vorteile aktiv zu nutzen.
Wer mindestens 5-mal pro Jahr fliegt, die Lounge-Zugänge nutzt und die jährlichen Guthaben (650 Euro) ausschöpft, bekommt mit der Platinum Card mehr zurück, als er bezahlt. Der Priority Pass allein hat einen regulären Gegenwert von mehreren hundert Euro. Dazu kommen die Versicherungen, die in meinem Fall separate Reiseversicherungen komplett überflüssig gemacht haben.
Für Gelegenheitsreisende gibt es günstigere Alternativen: Die Advanzia Mastercard Gold bietet kostenlos Reiseversicherungen und keine Fremdwährungsgebühren. Die Barclays Visa ist eine solide kostenlose Kreditkarte ohne Jahresgebühr. Wer Payback Punkte statt Membership Rewards bevorzugt, findet in der AMEX Payback Kreditkarte eine dauerhaft kostenlose Alternative. Alle Optionen im Überblick gibt es in meinem Kreditkarten-Vergleich.
Meine persönliche Empfehlung: Die Kombination aus AMEX Platinum für Punkte und Lounge-Zugang plus einer kostenlosen Debitkarte wie der C24 Mastercard oder Trade Republic Visa für Fremdwährungszahlungen und Bargeldabhebungen. Dieses Setup nutze ich selbst und es deckt wirklich alles ab.
Mein Rat: Wenn du ohnehin regelmäßig reist und die Guthaben nutzen kannst, teste die Karte für ein Jahr. Mit dem aktuellen Willkommensbonus von bis zu 80.000 Punkten ist das erste Jahr quasi risikofrei – die Vorteile übersteigen die Kosten deutlich. Nach dem ersten Jahr kannst du dann entscheiden, ob sich die Karte ohne Willkommensbonus für dein Reiseverhalten weiterhin rechnet. Solche Bonusaktionen werden erfahrungsgemäß regelmäßig angepasst – aktuell ist das Angebot aus meiner Sicht sehr attraktiv.
Premium-Kreditkarte mit Lounge-Zugang, 650€+ Guthaben und Reiseversicherungen.
Häufig gestellte Fragen
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