Wir nutzen sowohl die AMEX Gold als auch die Platinum seit über einem Jahr – und genau deshalb können wir dir aus erster Hand sagen, wo sich welche Karte wirklich lohnt. Die Gold kostet 240 Euro im Jahr und ist ein solider Einstieg ins Meilensammeln. Die Platinum schlägt mit 720 Euro zu Buche, bringt dafür aber Lounge-Zugang, Hotel-Upgrades und üppige Guthaben mit. In diesem Vergleich rechnen wir beide Karten ehrlich durch.
Wir haben beide Karten im Alltag getestet – die AMEX Gold* als unseren Einstieg ins Meilensammeln und die AMEX Platinum* als Upgrade für häufigere Reisen. Was uns selbst überrascht hat: Die Entscheidung ist weniger eine Frage des Budgets als eine Frage deines Reiseverhaltens. Beide Karten setzen auf das Membership Rewards Programm, sammeln Punkte für Flüge und bieten solide Versicherungen. Aber bei Guthaben, Lounge-Zugang und Status-Upgrades trennt sich die Spreu vom Weizen.
In diesem Vergleich rechnen wir dir beide Karten ehrlich durch: Jahresgebühr, reale Guthaben, Versicherungsumfang und effektive Kosten – inklusive unserer persönlichen Erfahrungen nach über einem Jahr mit beiden Karten. Am Ende weißt du genau, welche Karte zu deinem Lifestyle passt. Falls du generell nach einer kostenlosen Kreditkarte ohne Jahresgebühr suchst, schau dir unseren Barclays Visa Test oder die Advanzia Mastercard Gold an – dort geht es um ganz andere Karten-Philosophien.

Schnellvergleich: AMEX Gold vs Platinum
Keine Zeit für den ganzen Artikel? Hier die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick – aktuell gültig für 2026, wobei sich solche Konditionen erfahrungsgemäß regelmäßig ändern:
AMEX Gold | AMEX Platinum | |
|---|---|---|
| Jahresgebühr | 240€/Jahr (20€/Monat) | 720€/Jahr (60€/Monat) |
| Willkommensbonus | 40.000 Punkte | 80.000 Punkte |
| Punkte pro Euro | 1 Punkt/Euro | 1 Punkt/Euro |
| Turbo Option | 1,5 Punkte (15€/Jahr) | 1,5 Punkte (15€/Jahr) |
| Reiseguthaben | 200€/Jahr | |
| Restaurant-Guthaben | 150€/Jahr | |
| Sixt Guthaben | 50€ + 180€ Sixt+ | 200€ Sixt Ride |
| Lounge-Zugang | Priority Pass + Lufthansa | |
| Priority Pass Gäste | 1 Gast kostenlos | |
| Reiserücktrittsversicherung | Ja (höhere Deckung) | |
| Mietwagen-Versicherung | Ja (umfangreicher) | |
| Hotel-Status | GHA Discovery Gold | Hilton Gold, Marriott Gold, Radisson Premium |
| Fremdwährungsgebühr | 2% | 2% |
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Kostenfaktor: 240 Euro vs 720 Euro
Der offensichtlichste Unterschied: Die Jahresgebühr. Die AMEX Gold* kostet 240 Euro im Jahr, also 20 Euro im Monat. Die AMEX Platinum* liegt bei 720 Euro im Jahr bzw. 60 Euro im Monat. Das klingt nach einem gewaltigen Unterschied – und wir geben zu, dass uns die 720 Euro anfangs auch abgeschreckt haben.
Aber die reinen Gebühren sagen wenig aus. In unserem Fall hat sich gezeigt: Entscheidend ist, wie viel du von den Guthaben und Benefits tatsächlich nutzt. Und da sieht die Rechnung plötzlich ganz anders aus. Genau das rechnen wir dir in den nächsten Abschnitten durch.
Die Gold als Einsteigerkarte: Wir haben selbst mit der Gold angefangen – und das war rückblickend genau richtig. Wenn du ins Meilensammeln einsteigen willst, ohne direkt 720 Euro auf den Tisch zu legen, ist die Gold eine solide Wahl. Du sammelst identisch viele Punkte, hast Zugang zu den gleichen Transferpartnern und kannst das System erstmal kennenlernen.
Die Platinum als Lifestyle-Karte: Die Platinum richtet sich an Reisende, die regelmäßig fliegen und Wert auf Komfort legen. Was uns persönlich überzeugt hat: Die Kombination aus Lounge-Zugang, Hotel-Upgrades und den üppigen Guthaben hat die höhere Gebühr in unserem Fall mehr als ausgeglichen. Ob das bei dir genauso ist, hängt von deinem individuellen Reiseverhalten ab.
Punkte sammeln: Membership Rewards und Turbo

Hier kommt eine wichtige Info, die uns selbst überrascht hat: Beide Karten sammeln identisch viele Punkte. Es ist nicht so, dass die Platinum automatisch mehr Punkte pro Euro bringt. Du erhältst bei beiden Karten 1 Membership Rewards Punkt pro ausgegebenem Euro. Dieses Detail wird in vielen Vergleichen verschwiegen – deshalb erwähne wir es hier direkt am Anfang.
Unser Tipp: Für zusätzliche 15 Euro im Jahr kannst du bei beiden Karten die sogenannte Turbo Option aktivieren. Damit sammelst du 1,5 Punkte pro Euro – also 50 Prozent mehr. Wir haben die Turbo Option sofort aktiviert, weil sich die 15 Euro schon ab 1.500 Euro Jahresumsatz lohnen. Das Upgrade gilt für Umsätze bis 40.000 Euro im Jahr, was dir effektiv bis zu 20.000 Bonuspunkte einbringt.
Transferpartner sind identisch: Egal ob Gold oder Platinum – du kannst deine Punkte zu den gleichen Airline- und Hotelpartnern transferieren. Dazu gehören unter anderem British Airways Avios, Singapore Airlines KrisFlyer, Emirates Skywards und Hilton Honors. Die Transferraten werden erfahrungsgemäß regelmäßig angepasst, aktuell sind sie aber bei den meisten Partnern 1:1.
Fazit Punkte: Wenn dein einziges Ziel das Meilensammeln ist, gibt es keinen Grund für die Platinum. Die Gold leistet hier exakt das Gleiche zu einem Drittel der Kosten – das war auch der Grund, warum wir anfangs nur die Gold hatte. Mehr zum Thema Kreditkarten mit Cashback und Punkten findest du in unserem Trade Republic Visa Test.
Guthaben der AMEX Gold
Die American Express Gold bringt mehrere Guthaben mit, die deine effektiven Kosten senken. Wir sind hier bewusst ehrlich: Nicht jedes Guthaben wirst du voll ausschöpfen. Aber die Kombination macht es.
Lodenfrey Shopping-Guthaben: 80 Euro/Jahr Aufgeteilt in 2 x 40 Euro (je Halbjahr). Lodenfrey ist eine Premium-Boutique – in unserem Fall haben wir dort Geschenke bestellt und die 80 Euro komplett mitgenommen. Wenn du dort nicht einkaufst, bleibt das Guthaben allerdings ungenutzt. Aktuell gibt es auch immer wieder Aktionen mit weiteren Partnern, es lohnt sich also, die AMEX App im Blick zu behalten.
FreeNow Taxi-Guthaben: 60 Euro/Jahr Das sind 5 Euro pro Monat für Taxifahrten über die FreeNow-App. Wir nutzen das vor allem nach Abendveranstaltungen oder für den Weg zum Flughafen – da kommen die 5 Euro schnell zusammen. Gelegenheitsnutzer werden das aber selten ausreizen.
Sixt Guthaben: 50 Euro/Jahr Aufgeteilt in 2 x 25 Euro für Mietwagenbuchungen bei Sixt. Dazu kommen 180 Euro Sixt+ Guthaben für das Abo-Modell von Sixt.
Unsere realistische Einschätzung: Wenn du das Shopping-Guthaben und das Taxi-Guthaben nutzt, kommst du auf etwa 140 Euro reales Guthaben. Das Sixt+ Guthaben ist nur relevant, wenn du das Abo-Modell ohnehin nutzt – in unserem Fall war das bisher nicht der Fall. Trotzdem: 140 Euro Guthaben bei 240 Euro Jahresgebühr bedeutet, dass du effektiv nur 100 Euro für eine Premium-Metallkarte mit Versicherungspaket zahlst. Das ist fair.
Guthaben der AMEX Platinum

Und hier wird es spannend – die Platinum spielt beim Thema Guthaben in einer komplett anderen Liga. Wir gehen jede Position einzeln durch:
Reiseguthaben: 200 Euro/Jahr Das ist für uns das wertvollste Guthaben der Platinum. Du buchst Flüge oder Hotels über das AMEX Reiseportal und bekommst 200 Euro erstattet. In unserem Fall war das innerhalb einer einzigen Buchung aufgebraucht – und genau das macht es so unkompliziert. Wer mindestens einmal im Jahr verreist, nutzt das problemlos aus.
Restaurant-Guthaben: 150 Euro/Jahr Bei teilnehmenden Restaurants bekommst du Guthaben gutgeschrieben. Die Liste der Partnerrestaurants wächst aktuell stetig und umfasst mittlerweile viele beliebte Lokale in deutschen Großstädten. Wir waren ehrlich überrascht, wie viele Restaurants in unserer Nähe dabei sind – einfach in der AMEX App checken. Solche Partnerschaften ändern sich allerdings regelmäßig, also nicht zu lange warten.
Shopping-Guthaben: 100 Euro/Jahr Aufgeteilt in 2 x 50 Euro (je Halbjahr) beim gleichen Anbieter wie bei der Gold – aber mit höherem Betrag. In unserem Fall haben wir das für Geburtstagsgeschenke genutzt, die wir ohnehin gekauft hätten.
Sixt Ride Guthaben: 200 Euro/Jahr Premium-Transfers über Sixt Ride. Gestückelt und eher für Geschäftsreisende relevant, die regelmäßig Chauffeur-Services nutzen. Wir nutzen das ehrlich gesagt kaum – aber für Geschäftsreisende kann das ein echter Mehrwert sein.
Unsere realistische Einschätzung: Reiseguthaben, Restaurant-Guthaben und Shopping-Guthaben sind für die meisten Nutzer gut einlösbar – das ergibt rund 450 Euro reales Guthaben. Bei 720 Euro Jahresgebühr bleiben also nur noch 270 Euro übrig. Und für diese 270 Euro bekommst du Lounge-Zugang, Hotel-Statusse und ein umfangreiches Versicherungspaket. Das ist, finden wir, eine andere Diskussion als "720 Euro für eine Kreditkarte".
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Lounge-Zugang: Priority Pass und Gäste
Wir sagen es direkt: Der Lounge-Zugang war für uns persönlich der Hauptgrund für das Upgrade auf die Platinum. Und hier gibt es tatsächlich einen massiven Unterschied.
AMEX Gold – kein inkludierter Lounge-Zugang: Mit der Gold hast du keinen automatischen Zugang zu Flughafen-Lounges. Du kannst allerdings einen vergünstigten Priority Pass separat dazubuchen, was sich lohnen kann, wenn du ein paar Mal im Jahr fliegst.
AMEX Platinum – Priority Pass und Lufthansa Lounges: Mit der Platinum bekommst du den Priority Pass automatisch inklusive. Das bedeutet:
- •Zugang zu über 1.550 Lounges weltweit über den Priority Pass
- •Lufthansa Lounges mit der physischen Platinum-Karte (wichtig: Karte physisch mitbringen!)
- •Bis zu 50 Lounge-Besuche pro Jahr
- •1 Gast kostenlos pro Priority Pass Besuch mitnehmen
Partnerkarte verdoppelt den Zugang: Wenn du eine Partnerkarte beantragst, erhält dein Partner einen eigenen Priority Pass mit eigenem Gäste-Kontingent. Theoretisch könnt ihr also zu viert in eine Priority Pass Lounge gehen – jeder Karteninhaber plus ein Gast. In unserem Fall ist das bei Reisen zu zweit Gold wert.
Wichtig: Für Lufthansa Lounges brauchst du die physische Platinum-Karte – wir haben sie beim ersten Mal vergessen und stand dann ohne Zugang da. Für Priority Pass Lounges reicht die digitale Version in Apple Pay oder Google Pay plus Boardingkarte.
Was viele unterschätzen: Ein einzelner Lounge-Besuch kostet regulär zwischen 60 und 150 Euro. Wer nur fünfmal im Jahr eine Lounge nutzt, hat allein dadurch 300 bis 750 Euro Gegenwert. Das relativiert die Jahresgebühr erheblich – und ehrlich gesagt, nach dem ersten Lounge-Besuch mit warmem Essen und Ruhe vor dem Gate will man nicht mehr zurück. Zum Vergleich: Eine komplett kostenlose Reisekreditkarte ohne Lounge-Zugang findest du mit der Barclays Visa.
Status-Upgrades: Hotels und Mietwagen
Neben dem Lounge-Zugang bringt vor allem die Platinum handfeste Vorteile bei Hotels und Mietwagen mit – und das ist ein Bereich, den viele bei der Entscheidung unterschätzen.
AMEX Gold Status-Vorteile:
- •GHA Discovery Gold – Goldstatus bei den Global Hotel Alliance Hotels
- •Sixt Gold – Goldstatus mit kleineren Extras wie Rabatten
Das ist nett, aber überschaubar. In unserem Fall hat uns der GHA Gold einmal ein Zimmer-Upgrade gebracht – insgesamt ist der Mehrwert aber begrenzt.
AMEX Platinum Status-Vorteile:
- •Hilton Honors Gold – Zimmer-Upgrades, kostenloses Frühstück, Late Checkout
- •Marriott Bonvoy Gold – Zimmer-Upgrades, 25% Bonuspunkte, Late Checkout
- •Radisson Rewards Premium – Upgrades und Extras
- •GHA Discovery Platinum – Höchster Status bei Global Hotel Alliance
- •Sixt Platinum – Upgrades auf höhere Fahrzeugklassen
- •Hertz und Avis Status – Bevorzugte Behandlung
Der Unterschied ist im Alltag spürbar. Was uns überzeugt hat: Ein einziges kostenloses Frühstück in einem Hilton oder Marriott kann 30 bis 50 Euro wert sein. Bei unserem letzten Hilton-Aufenthalt haben wir allein durch das kostenlose Frühstück für zwei Personen über drei Nächte rund 180 Euro gespart. Wer fünf bis zehn Hotelnächte im Jahr bucht, sammelt hier schnell mehrere hundert Euro Gegenwert. Das macht die Platinum vor allem für Geschäftsreisende und Vielreisende attraktiv. Wichtig zu wissen: Diese Hotel-Statusse werden erfahrungsgemäß regelmäßig angepasst – aktuell ist das Angebot aber sehr stark.
Versicherungen: Gold vs Platinum
Was viele vergessen: Beide Karten bringen ein Versicherungspaket mit, das separate Reiseversicherungen in vielen Fällen komplett überflüssig macht. Wir haben unsere separate Reiseversicherung gekündigt, seit wir die AMEX habe – und spare uns damit ca. 80 Euro im Jahr.
Beide Karten decken ab:
- •Auslandskrankenversicherung
- •Reiserücktrittsversicherung
- •Reiseabbruchversicherung
- •Gepäckverspätungsversicherung
- •Flugverspätungsversicherung
Unterschied Platinum: Die Platinum hat durchgehend höhere Deckungssummen, weniger Selbstbeteiligungen und bessere Bedingungen. Was für uns den Ausschlag gegeben hat: Bei der Platinum sind auch der Partner und die Familie mitversichert, während bei der Gold teilweise nur der Karteninhaber abgedeckt ist. Wer also zu zweit oder als Familie reist, profitiert hier deutlich.
Wichtige Voraussetzung (beide Karten): Du musst mindestens 50 Prozent der Reisekosten mit der jeweiligen AMEX bezahlt haben, damit die Versicherungen greifen. Unser Tipp: Wir buchen Flüge und Hotels grundsätzlich mit der AMEX – so bin wir immer auf der sicheren Seite. Das vergessen viele Karteninhaber – und stehen im Schadensfall ohne Deckung da.
Wenn du eine kostenlose Kreditkarte mit soliden Reiseversicherungen suchst, ist die Advanzia Mastercard Gold oder die Bank Norwegian Visa eine Alternative. Die Versicherungen sind nicht so umfangreich wie bei der AMEX Platinum, dafür fällt keine Jahresgebühr an.
Rechenbeispiel: Was kosten die Karten effektiv?
Jetzt wird es konkret – wir rechnen dir beide Karten durch, so wie wir es für uns selbst gemacht habe.
Rechenbeispiel AMEX Gold:
Betrag | |
|---|---|
| Jahresgebühr | -240€ |
| Lodenfrey Guthaben | +80€ |
| FreeNow Guthaben | +60€ |
| Effektive Kosten | -100€/Jahr |
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Dazu kommt der Willkommensbonus: Aktuell gibt es 40.000 Punkte, wenn du 4.500 Euro in den ersten 6 Monaten umsetzt. Diese 40.000 Punkte kannst du für einen Flug von Deutschland nach Bali einlösen (plus ca. 200 Euro Steuern) – regulär würde so ein Flug rund 800 Euro kosten. Alternativ kannst du die Punkte über Payback in 133 Euro Bargeld umwandeln. Damit wärst du im ersten Jahr sogar 33 Euro im Plus. Solche Willkommensboni werden erfahrungsgemäß regelmäßig angepasst – aktuell ist das Angebot attraktiv.
Rechenbeispiel AMEX Platinum:
Betrag | |
|---|---|
| Jahresgebühr | -720€ |
| Reiseguthaben | +200€ |
| Restaurant-Guthaben | +150€ |
| Shopping-Guthaben | +100€ |
| Effektive Kosten | -270€/Jahr (22,50€/Monat) |
Tipp: Scrolle horizontal, um alle Spalten zu sehen

Der Willkommensbonus liegt aktuell bei bis zu 80.000 Punkten (bei 10.000 Euro Umsatz in 6 Monaten). Über Payback umgewandelt sind das 283 Euro – womit die Karte im ersten Jahr 13 Euro Gewinn bringt. Und dabei sind die Lounge-Besuche, Hotel-Upgrades und Versicherungen noch gar nicht eingerechnet. Als wir das zum ersten Mal durchgerechnet habe, war die Entscheidung für uns klar.
Beide Karten lassen sich also im ersten Jahr durch den Willkommensbonus praktisch risikofrei testen. In unserem Fall haben wir mit der Gold angefangen und nach sechs Monaten gemerkt, dass wir die Platinum-Benefits tatsächlich brauchen. Im Folgejahr musst du dann entscheiden, ob du die Benefits ausreichend nutzt, um die Gebühr zu rechtfertigen. Weitere Kreditkarten-Tests findest du in unserem Kreditkarten Vergleich.
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Nachteile: Das solltest du wissen
Wir wollen hier ehrlich sein: Bei aller Begeisterung für Punkte und Guthaben gibt es bei beiden AMEX-Karten Nachteile, die du kennen solltest. Wir haben sie alle selbst erlebt.
2% Fremdwährungsgebühr: Sowohl die Gold als auch die Platinum berechnen 2 Prozent Fremdwährungsgebühr bei Zahlungen außerhalb der Eurozone. Das frisst bei Auslandsausgaben einen Teil deiner gesammelten Punkte wieder auf. Das hat uns anfangs gestört – aber die Lösung ist einfach (dazu gleich mehr). Zum Vergleich: Die Barclays Visa und die Trade Republic Visa haben keine Fremdwährungsgebühren.
4% Bargeldgebühr (mind. 5 Euro): Bargeld abheben mit einer AMEX ist teuer und sollte vermieden werden. Wir haben es genau einmal gemacht und seitdem nie wieder. Für Bargeld im Ausland nutzt du am besten eine separate Debitkarte.
Akzeptanzstellen: American Express wird in Deutschland noch nicht überall akzeptiert. Große Ketten wie Aldi, Lidl, Edeka, Rewe und Amazon nehmen AMEX – aber kleinere Geschäfte oft nicht. In unserem Alltag ist die Akzeptanz in den letzten Jahren aber deutlich gestiegen. Eine zweite Karte (Visa oder Mastercard) solltest du trotzdem immer dabei haben.
Umsatzanforderung für den Willkommensbonus:
- •Gold: 4.500 Euro in 6 Monaten
- •Platinum: 10.000 Euro in 6 Monaten
Das ist nicht wenig. Unser Tipp: Lasse alle Alltagsausgaben über die AMEX laufen – Supermarkt, Tanken, Streaming, Versicherungen. Viele Anbieter, die keine AMEX direkt akzeptieren, lassen sich über PayPal mit hinterlegter AMEX bezahlen. So haben wir die 4.500 Euro bei der Gold locker in drei Monaten erreicht.
Unsere Empfehlung für Auslandszahlungen: Kombiniere deine AMEX mit einem kostenlosen Girokonto wie dem C24 Smartkonto. Dort bekommst du eine Mastercard ohne Fremdwährungsgebühren und kannst weltweit kostenlos bezahlen. Genau so machen wir es: Die AMEX für Euro-Zahlungen zum Punktesammeln, die C24 für alles in Fremdwährung. Das ist die Kombination, die einfach funktioniert. Eine weitere Option ist die GenialCard, die ebenfalls keine Fremdwährungsgebühren erhebt.
Häufige Fragen zum Vergleich Amex Gold vs Platinum
Die wichtigsten Fragen, die wir von Lesern und im Bekanntenkreis immer wieder zum Vergleich der beiden Karten bekommen. Wir beantworten sie auf Basis unserer Erfahrung mit beiden Karten in den letzten Jahren.
Wie unterscheiden sich Willkommensbonus und Mindestumsatz?
Bei der AMEX Gold liegt der aktuelle Willkommensbonus bei 40.000 Membership Rewards Punkten, der erforderliche Mindestumsatz bei 4.500 Euro in den ersten 6 Monaten. Bei der AMEX Platinum sind es bis zu 80.000 Punkte bei einem Mindestumsatz von 10.000 Euro in 6 Monaten. Der höhere Bonus rechtfertigt den höheren Umsatz: Pro Euro Umsatz bekommst du bei der Platinum die deutlich bessere Bonus-Rendite. Solche Konditionen werden erfahrungsgemäß regelmäßig angepasst.
Sammeln Gold und Platinum unterschiedlich viele Punkte?
Nein. Beide Karten sammeln identisch 1 Membership Rewards Punkt pro Euro Umsatz. Mit der optional buchbaren Turbo Option (15 Euro pro Jahr, bei beiden Karten verfügbar) erhöht sich das auf 1,5 Punkte pro Euro bis zu einem Jahresumsatz von 40.000 Euro. Wer rein das Punkte-Sammeln im Blick hat, braucht für diesen Zweck nicht die Platinum.
Welche Versicherungen sind bei beiden Karten inbegriffen?
Beide Karten bringen Auslandskranken-, Reiserücktritts-, Reiseabbruch-, Gepäck- und Flugverspätungsversicherung mit. Der Unterschied liegt im Detail: Die Platinum hat höhere Deckungssummen, niedrigere Selbstbeteiligungen und schließt Partner und Familie mit ein. Die Gold deckt teilweise nur den Karteninhaber. Bei häufigen Reisen zu zweit oder als Familie ist die Platinum hier klar im Vorteil.
Wie unterscheidet sich der Lounge-Zugang konkret?
Die AMEX Gold hat keinen automatischen Lounge-Zugang. Du kannst einen vergünstigten Priority Pass separat zubuchen, was sich bei 3 bis 4 Flügen pro Jahr lohnen kann. Die AMEX Platinum bringt den Priority Pass mit Zugang zu über 1.550 Lounges weltweit plus Lufthansa Lounges mit. Du darfst einen Gast kostenlos mitnehmen, mit einer Partnerkarte verdoppelt sich der Zugang. Limit: 50 Lounge-Besuche pro Jahr für beide Karteninhaber zusammen.
Welche Hotel- und Mietwagen-Statusse bringen beide Karten?
Die Gold bietet GHA Discovery Gold und Sixt Gold. Die Platinum ergänzt das deutlich: Hilton Honors Gold, Marriott Bonvoy Gold, Radisson Rewards Premium, GHA Discovery Platinum, Sixt Platinum sowie Statusse bei Hertz und Avis. In der Praxis bedeutet das bei der Platinum kostenlose Frühstücks-Upgrades, frühen Check-in, späten Check-out und teilweise Zimmer-Upgrades. Bei zwei oder mehr Hotelnächten pro Jahr in den großen Ketten rechnet sich das schnell.
Können beide Karten Membership Rewards Punkte gleichzeitig sammeln?
Ja. Wenn du Gold und Platinum parallel besitzt, laufen die Punkte aller Karten auf dasselbe Membership Rewards Konto. Du kannst also strategisch entscheiden, mit welcher Karte du zahlst. Manche Inhaber halten die Gold als Ergänzung, um den Willkommensbonus mitzunehmen, und nutzen dann hauptsächlich die Platinum.
Lohnt sich ein Upgrade von Gold auf Platinum?
Bei einem Upgrade verlierst du in der Regel den Willkommensbonus der Platinum. Aus unserer Sicht ist es deshalb finanziell oft attraktiver, die Platinum direkt als neue Karte zu beantragen, statt von der Gold upzugraden. So sicherst du dir den Willkommensbonus. Die Gold kannst du dann separat weiterführen oder kündigen. Wichtig: Membership Rewards Punkte gehen nicht verloren, solange du mindestens eine AMEX-Karte mit Punkte-Funktion behältst.
Welche Karte hat die bessere Akzeptanz?
Die Akzeptanz hängt nicht von Gold oder Platinum ab, sondern davon, ob ein Händler überhaupt American Express nimmt. In Deutschland akzeptieren ALDI, Lidl, Edeka, Rewe, Amazon und viele andere große Ketten AMEX. Bei kleineren Geschäften und im Ausland ist die Akzeptanz häufig schwächer als bei Visa oder Mastercard. Für beide Karten empfehlen wir eine kostenlose Zweitkarte wie die C24 Mastercard oder Trade Republic Visa als Backup.
Fazit: Welche AMEX passt zu dir?
Nach über einem Jahr mit beiden Karten können wir dir eine klare Einschätzung geben:
Die AMEX Gold ist richtig für dich, wenn du:
- •ins Meilensammeln einsteigen willst, ohne direkt 720 Euro zu investieren
- •ein paar Mal im Jahr verreist, aber keinen Lounge-Zugang brauchst
- •das Punktesystem erstmal kennenlernen möchtest
- •eine solide Kreditkarte mit Versicherungspaket suchst
- •nicht regelmäßig in Hotels der großen Ketten übernachtest
Wir haben selbst genau so angefangen – und es war rückblickend der richtige Einstieg.
Die AMEX Platinum ist richtig für dich, wenn du:
- •regelmäßig fliegst und Lounge-Zugang haben willst
- •in Hilton, Marriott oder Radisson Hotels übernachtest und Upgrades mitnimmst
- •als Familie, Geschäftsreisender oder digitaler Nomade unterwegs bist
- •die Reise-, Restaurant- und Shopping-Guthaben tatsächlich nutzt
- •umfangreiche Versicherungen mit hohen Deckungssummen brauchst
Für uns persönlich hat sich das Upgrade auf die Platinum gelohnt, weil wir die Guthaben und den Lounge-Zugang regelmäßig nutze. Aber wir sagen auch ehrlich: Wer nur zwei- bis dreimal im Jahr fliegt, fährt mit der Gold günstiger.
Beide Karten lassen sich im ersten Jahr durch den Willkommensbonus praktisch kostenlos testen – aktuell gibt es 40.000 bzw. 80.000 Punkte, solche Boni ändern sich aber erfahrungsgemäß regelmäßig. Wenn du dir unsicher bist, starte mit der Gold. Du kannst jederzeit auf die Platinum upgraden, wenn du merkst, dass du die zusätzlichen Benefits nutzen würdest.
Für alle, die keine Jahresgebühr zahlen wollen und trotzdem eine solide Reisekreditkarte suchen: Unsere Tests zur Barclays Visa, Advanzia Mastercard Gold und Trade Republic Visa zeigen kostenlose Alternativen mit ihren eigenen Stärken.
Premium-Metallkarte mit Sixt-Guthaben und Reiseversicherungen ab 20€/Monat.
Lounge-Zugang, 650€+ Guthaben und Hotel-Upgrades für Vielreisende.
Häufig gestellte Fragen
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