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Scalable Capital Tagesgeld: 2,60 % Zinsen und wo der Haken liegt

Scalable Capital Tagesgeld im Test: 2,60 % Zinsen ohne Limit, monatliche Gutschrift, Einlagensicherung im Detail und die Falle mit dem Verrechnungskonto.

Aktualisiert: 10.9.2026
Scalable Capital Tagesgeld, Titelbild mit der Frage nach dem Haken

Das Scalable Tagesgeldkonto zahlt 2,60 Prozent Zinsen pro Jahr, auf unbegrenztes Guthaben und ohne Mindesteinlage. Die Gutschrift erfolgt monatlich bei taggenauer Berechnung, der Satz gilt in beiden Preismodellen. Zwei Punkte sind vor der Eröffnung wichtig: Der Zins ist variabel, und das Guthaben auf dem Broker-Verrechnungskonto wird mit 0 Prozent verzinst.

Die Konditionen im Überblick

Konditionen des Scalable Tagesgeldkontos mit 2,60 Prozent Zinsen in beiden Preismodellen

Scalable Capital* zahlt auf dem Tagesgeldkonto 2,60 Prozent Zinsen pro Jahr. Der Satz gilt auf unbegrenztes Guthaben, es gibt weder eine Zinsstaffel noch eine Deckelung. Eine Mindesteinlage verlangt der Anbieter nicht.

Berechnet werden die Zinsen taggenau, gutgeschrieben werden sie monatlich. Anders als bei quartalsweiser oder jährlicher Gutschrift verzinst sich der gutgeschriebene Betrag dadurch früher mit. Durch die monatliche Buchung verzinst sich der gutgeschriebene Betrag im Folgemonat mit.

Der Zins ist außerdem unabhängig vom Preismodell. Im FREE Broker für 0,00 Euro im Monat bekommst du denselben Satz wie mit PRIME+ für 4,99 Euro. Das Geld ist nach Angaben des Anbieters rund um die Uhr in Echtzeit verfügbar, eine Kündigungsfrist gibt es nicht.

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Keine Mindesteinlage, monatliche Zinsgutschrift, Guthaben täglich verfügbar.

Konditionen bei Scalable prüfen

Das Tagesgeldkonto im Video

Auf unserem YouTube-Kanal FinanzArena haben wir das Konto durchgesprochen.

Das Video ist vor der Zinsanhebung im September 2026 entstanden und nennt deshalb noch 2,50 Prozent. Maßgeblich sind die Zahlen in diesem Artikel, die wir direkt beim Anbieter geprüft haben.

Wie sich der Zins entwickelt hat

Zinsübersicht von Scalable Capital mit 2,60 Prozent ab 1. September 2026 und 2,50 Prozent ab 16. März 2026

Scalable führt eine öffentliche Zinsübersicht, in der jede Anpassung mit Datum steht. Das macht die Entwicklung nachvollziehbar, statt sie im Kleingedruckten verschwinden zu lassen.

Seit dem 16. März 2026 lag der Satz bei 2,50 Prozent. Zum 1. September 2026 hat der Anbieter ihn auf 2,60 Prozent angehoben. Der Trend ging also nach oben, obwohl der Markt in die andere Richtung diskutiert wurde.

Entscheidend ist die Einordnung. Die Einlagefazilität der Europäischen Zentralbank, also der Zins für Guthaben von Banken bei der Notenbank, liegt seit dem 17. Juni 2026 bei 2,25 Prozent. Scalable zahlt damit derzeit über diesem Satz.

Dabei ist zu beachten: Der Tagesgeldzins ist variabel. Der Anbieter formuliert das selbst so und nennt als Einflussgrößen unter anderem die Marktzinsen. Sinkt der EZB-Satz deutlich, kann Scalable nachziehen. Eine Zusage für einen bestimmten Zeitraum gibt es beim Tagesgeld nicht. Wer einen festen Satz möchte, findet ihn nur beim Festgeld weiter unten in diesem Artikel.

Was 2,60 Prozent konkret bringen

Zinssätze lesen sich abstrakt, deshalb hier die Beträge. Weil Scalable monatlich gutschreibt, verzinst sich jede Gutschrift im Folgemonat mit. Aus 2,60 Prozent nominal werden dadurch rund 2,63 Prozent effektiv im Jahr.

Die Werte in der Tabelle gelten vor Steuern und unter der Annahme, dass der Satz zwölf Monate lang unverändert bleibt und nichts abgehoben wird. Beides ist beim Tagesgeld nicht zugesagt, der Zins kann sich jederzeit ändern.

Scalable selbst rechnet den Effekt der monatlichen Gutschrift über einen längeren Zeitraum vor: Über fünf Jahre bringe die monatliche Verzinsung im Vergleich zur jährlichen ein Plus von 0,2 Prozent auf die ursprüngliche Anlage. Der Unterschied ist damit vorhanden, aber überschaubar. Wichtiger als der Rhythmus bleibt die Frage, ob das Geld überhaupt auf dem richtigen Konto liegt.

Zinsen nach 12 Monaten
1.000 Euro Guthabenrund 26 Euro
5.000 Euro Guthabenrund 132 Euro
10.000 Euro Guthabenrund 263 Euro
25.000 Euro Guthabenrund 658 Euro
50.000 Euro Guthabenrund 1.316 Euro

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Einlagensicherung: Hier unterscheiden sich die Modelle

Beim Zins sind FREE und PRIME+ gleich. Bei der Absicherung des Guthabens nicht, und genau hier liegt der Punkt, den man vor größeren Beträgen kennen sollte.

Grundlage ist die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Sie greift bei Scalable selbst und bei jeder Partnerbank, auf die Guthaben verteilt wird.

Mit PRIME+ verteilt der Anbieter das Guthaben auf die Scalable Capital Bank und vier Partnerbanken. Die gesetzliche Sicherung kann dadurch bis zu fünfmal greifen. Für darüber hinausgehende Beträge nennt Scalable zusätzlich Banken, die einer freiwilligen Einlagensicherung angeschlossen sind, etwa dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken.

Ohne PRIME+ läuft die Verteilung auf Scalable, Partnerbanken oder qualifizierte Geldmarktfonds. Für die Fonds gilt nicht die Einlagensicherung, sondern die OGAW-Schutzstandards. Der Anbieter weist ausdrücklich darauf hin, dass jede dieser Verwahrarten auch als alleinige Form möglich ist. Dein Guthaben kann also vollständig in einem Geldmarktfonds liegen.

Das ist kein verstecktes Risiko, sondern eine andere Schutzsystematik. Trotzdem ist es der Punkt, an dem sich das Konto von einem klassischen Sparkonto unterscheidet. Die aktuelle Verteilung lässt sich in der App unter Produktdetails und Guthabenverteilung einsehen. Wer eine sechsstellige Summe parkt, sollte dort hineinschauen, statt es vorauszusetzen.

Zwar ändert das nichts an den 2,60 Prozent, es beantwortet aber die Frage, wofür die 4,99 Euro für PRIME+ jenseits der Handelsfunktionen gut sind.

Die Falle: Das Verrechnungskonto zahlt 0 Prozent

Dieser Punkt kostet echtes Geld, und er wird leicht übersehen.

Tagesgeld und Broker sind bei Scalable zwei getrennte Konten. Die Verzinsung hängt am Tagesgeldkonto mit eigener IBAN, nicht am Depot. Das Broker-Verrechnungskonto führt die Zinsübersicht mit 0 Prozent pro Jahr.

Wer sein Cash also auf dem Verrechnungskonto liegen lässt, bekommt darauf nichts. Bei 10.000 Euro und unverändertem Satz wären es auf dem Tagesgeldkonto rund 263 Euro im Jahr vor Steuern.

Der Anbieter formuliert es im eigenen Hilfebereich deutlich: Nach der Eröffnung muss Guthaben aktiv auf das Tagesgeldkonto eingezahlt werden, entweder per Überweisung vom Girokonto oder per internem Transfer vom Broker-Verrechnungskonto. Von allein wandert nichts.

Für Bestandskunden heißt das zwei Dinge. Erstens prüfen, ob das Tagesgeldkonto überhaupt existiert. Zweitens prüfen, wo das Geld gerade liegt. Beides lässt sich in der App nachsehen.

Aus eigener Nutzung: Wir haben Scalable seit zwei Jahren im Einsatz, durchgehend mit PRIME+, und bei uns lief die Umstellung ohne eigenes Zutun. Wir mussten weder ein Konto beantragen noch Geld umbuchen. Verlassen würden wir uns darauf trotzdem nicht, denn der Hilfebereich sagt etwas anderes, und ein einzelnes Konto ist kein Beleg für alle. Nachsehen kostet weniger als ein Jahr ohne Zinsen.

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Eigenes Konto mit eigener IBAN, Guthaben jederzeit verfügbar, Zinsen monatlich.

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Tagesgeldkonto eröffnen: Schritt für Schritt

Der Weg ist unkompliziert, setzt aber ein bestehendes Scalable-Konto voraus. Ein Broker- oder Wealth-Portfolio muss also zuerst da sein. Beides lässt sich nach Angaben des Anbieters gebührenfrei und ohne Mindestanlage anlegen.

So läuft die Eröffnung nach der offiziellen Anleitung:

  1. In der Scalable App oder im Web-Kundenbereich einloggen
  2. Zum Bereich Home navigieren, in der App dort erneut auf Home tippen
  3. Den Punkt Neues Produkt hinzufügen wählen
  4. Auf Tagesgeld klicken und die Bestätigungsschritte durchgehen
  5. Guthaben einzahlen, per Überweisung oder internem Transfer

Für die Eröffnung ist die aktuelle App-Version nötig. Nach dem Abschluss bekommt das Konto eine eigene IBAN. Erst mit der ersten Einzahlung läuft die Verzinsung an.

Auch für Kinder ist ein Tagesgeldkonto möglich. Dafür wird zuerst ein Scalable Kinderkonto angelegt, danach führt der Weg über Home, Produkt hinzufügen, Für mein Kind und Tagesgeld.

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Konto bei Scalable Capital eröffnen

Wer parallel ein Depot nutzen möchte, findet die Kostenseite in unserem Beitrag zu den Scalable Capital Kosten. Die zehn Punkte rund um Depot und Anbieter haben wir in den Scalable Capital Erfahrungen gesammelt.

Steuern auf die Zinsen

Zinsen aus einem Tagesgeldkonto zählen zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Der gesonderte Steuertarif dafür liegt nach Paragraf 32d des Einkommensteuergesetzes bei 25 Prozent, dazu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer.

Davor steht der Sparer-Pauschbetrag. Er beträgt nach Paragraf 20 Absatz 9 des Einkommensteuergesetzes 1.000 Euro pro Person, bei zusammen veranlagten Ehegatten 2.000 Euro. Bis zu dieser Höhe bleiben Kapitalerträge unbelastet. Der Freistellungsauftrag ist dafür keine Bedingung, er sorgt nur dafür, dass die Bank bis zur erteilten Höhe gar nicht erst einbehält. Ohne Auftrag wird zunächst abgezogen und der Pauschbetrag läuft über die Steuererklärung.

In der Praxis bedeutet das eine einfache Rechnung. Um bei 2,60 Prozent mit monatlicher Gutschrift auf 1.000 Euro Zinsen im Jahr zu kommen, braucht es rund 38.000 Euro Guthaben. Wer darunter liegt und keine anderen Kapitalerträge hat, bleibt mit einem Freistellungsauftrag im steuerfreien Bereich.

Für das Festgeld gibt Scalable an, Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer automatisch an das Finanzamt abzuführen und einen hinterlegten Freistellungsauftrag dabei zu berücksichtigen. Der Freistellungsauftrag lässt sich im Kundenbereich hinterlegen. Diese Angaben ersetzen keine Steuerberatung, und Scalable weist selbst darauf hin, keine solche zu erbringen.

Tagesgeld oder Festgeld bei Scalable

Scalable Festgeld mit 2,75 Prozent für 12 Monate und 3,00 Prozent für 24 Monate Laufzeit

Seit Kurzem gibt es neben dem Tagesgeld ein Festgeldkonto. Damit ist die verbreitete Aussage, bei Scalable finde man keinen festen Zins, überholt.

Der Anbieter nennt 2,75 Prozent pro Jahr bei 12 Monaten Laufzeit und 3,00 Prozent bei 24 Monaten. Der Satz ist für die gewählte Laufzeit festgeschrieben, sobald das Konto eröffnet ist. Einzahlbar sind Beträge ab 1 Euro, einen Höchstbetrag gibt es nicht, Gebühren fallen keine an. Bis zu fünf Festgeldkonten lassen sich parallel führen, jedes mit eigener Laufzeit.

Die Zinsen werden am Ende der Laufzeit ausgezahlt, auf das Tagesgeld-, das Broker-Verrechnungs- oder das Referenzkonto. Eingezahlt wird vom Tagesgeldkonto oder vom Broker-Verrechnungskonto aus.

Der Unterschied ist damit weniger eine Zinsfrage als eine Frage der Bindung. Beim Festgeld liegt der Satz höher, dafür legst du dich auf 12 oder 24 Monate fest und die Zinsen kommen erst am Laufzeitende. Eine vorzeitige Verfügung sieht die Produktseite nicht vor. Kleinere Einschränkungen bestehen außerdem beim Zinseszins, denn ohne unterjährige Gutschrift verzinst sich nichts mit.

Tagesgeld und Festgeld gegenübergestellt

Beide Konten lassen sich parallel führen, und beide werden aus demselben Scalable-Zugang heraus eröffnet. Die folgende Übersicht stellt die Punkte gegenüber, an denen sie sich unterscheiden.

Tagesgeld
Festgeld
Zinssatz2,60 Prozent, variabel2,75 Prozent bei 12 Monaten, 3,00 Prozent bei 24 Monaten
Zinsbindungkeinefür die gewählte Laufzeit festgeschrieben
Verfügbarkeit24/7 in Echtzeitgebunden bis Laufzeitende
Zinsauszahlungmonatlicham Ende der Laufzeit
Mindestbetragkeinerab 1 Euro
Einlagensicherunggestaffelt nach PreismodellVerteilung auf Banken mit 100.000 Euro Sicherung

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Vor- und Nachteile des Scalable Tagesgelds

Insgesamt fällt das Konto in seiner Kategorie überzeugend aus. Der Zins gilt ohne Limit, die Gutschrift kommt monatlich, und das Preismodell spielt dabei keine Rolle.

Das spricht dafür

  • 2,60 Prozent auf unbegrenztes Guthaben, ohne Zinsstaffel
  • Keine Mindesteinlage
  • Monatliche Gutschrift bei taggenauer Berechnung
  • Identischer Satz im FREE Broker und mit PRIME+
  • Guthaben nach Anbieterangaben 24/7 in Echtzeit verfügbar
  • Öffentliche Zinsübersicht mit jeder Anpassung und Datum
  • Mit PRIME+ kann die gesetzliche Einlagensicherung bis zu fünfmal greifen

Das spricht dagegen

  • Der Zinssatz ist variabel und nicht für einen Zeitraum zugesagt
  • Das Broker-Verrechnungskonto wird mit 0 Prozent verzinst
  • Guthaben muss aktiv auf das Tagesgeldkonto eingezahlt werden
  • Ohne PRIME+ ist eine Verwahrung in Geldmarktfonds statt Einlagensicherung möglich
  • Ein bestehendes Broker- oder Wealth-Portfolio ist Voraussetzung
  • Kein Zahlungsverkehr, trotz eigener IBAN

Was auffällt: Die Handhabungspunkte lassen sich abstellen. Wer das Konto eröffnet, befüllt und die Guthabenverteilung einmal anschaut, hat sie erledigt. Der variable Zinssatz und der fehlende Zahlungsverkehr bleiben dagegen, sie sind Eigenschaften des Produkts.

Fazit: Für wen das Konto passt

Was das Konto ausmacht, ist die Kombination aus täglicher Verfügbarkeit und monatlicher Gutschrift bei einem Satz ohne Guthabengrenze. Für Geld, an das du kurzfristig heran musst, ist das die passende Eigenschaft. Welche Beträge du wo hältst, entscheidest du selbst, und bei größeren Summen lohnt vorher ein Gespräch mit einer Beratung deines Vertrauens.

Was das Konto nicht leistet, ist ebenso klar. Einen festen Zins über einen längeren Zeitraum gibt es hier nicht, den führt Scalable nur beim Festgeld. Und wer ein Konto für Miete, Karte und Lastschriften sucht, findet das hier nicht, denn Zahlungsverkehr ist trotz eigener IBAN nicht vorgesehen.

Für Bestandskunden bleibt ein Satz aus diesem Artikel der praktischste: Prüfe, wo dein Geld liegt. Auf dem Verrechnungskonto bringt es 0 Prozent.

Weitere Depots und ihre Konditionen findest du in unserem Depot-Vergleich. Wer das investierte Kapital daneben auswerten möchte, wird in unseren Tests zu Parqet und InvestingPro fündig, die Preise stehen im Parqet Preisüberblick.

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