Digilo ist eine lettische Crowdlending-Plattform für immobilienbesicherte Unternehmenskredite, zugelassen von der lettischen Zentralbank, Einstieg ab 150 Euro, Zinserwartung 9 bis 12 Prozent im Jahr. Wir sind seit September 2026 mit 1.000 Euro in einem Projekt investiert, 30 Euro Cashback wurden über unseren Link gutgeschrieben und die Auszahlung noch am selben Tag als verarbeitet geführt. In unseren Digilo Erfahrungen zeigen wir Konditionen, Besicherung, die Lizenz im Behördenregister und die Risiken der Frühphase.
Digilo Erfahrungen: das Wichtigste vorab
Digilo* ist eine Crowdlending-Plattform aus Riga. Anleger finanzieren dort Kredite an lettische Unternehmen, Einzelunternehmer und Selbständige. Hinter jedem Kredit steht eine Immobilie als Sicherheit. Der Einstieg liegt bei 150 Euro pro Projekt, die Zinserwartung des Anbieters bei 9 bis 12 Prozent im Jahr, die Laufzeiten bei 12 bis 36 Monaten.
Wir schreiben das nicht aus der Broschüre: In unserem Konto stehen 1.000 Euro in einem Projekt, verzinst mit 9,00 Prozent über 36 Monate. Die 30 Euro Cashback aus unserem Partner-Deal sind gutgeschrieben und zur Auszahlung angewiesen worden. Beide Belege siehst du unten als Screenshot aus dem eingeloggten Bereich.
Und jetzt der Teil, den viele Digilo-Artikel zu leise sagen: Die Plattform hat bisher vier Projekte über 82.945,77 Euro finanziert, bei 207 registrierten Anlegern. Kein einziger Kredit ist bisher fällig geworden. Die ausgewiesene Ausfallquote von null Prozent ist deshalb keine Leistung, sondern eine Folge der kurzen Betriebszeit und kaum aussagekräftig. Es gibt keinen Rückkauf, keinen Zweitmarkt und keine Einlagensicherung.
Unsere Einordnung nach dem ersten Investment: Die Bauweise ist sauber gelöst, die Statistik ist winzig. Das passt zu einer kleinen Testposition für Anleger, die P2P schon kennen, und nicht zum größten Baustein im Depot. Wer neu einsteigt, ist bei einem Anbieter mit längerer Vorgeschichte besser bedient.
Über unseren Link bekommst du 3 Prozent Cashback auf alles, was du in den ersten 60 Tagen nach der Registrierung investierst.
Was ist Digilo und wie funktioniert es?

Das Modell heißt Crowdlending: Viele Anleger legen kleine Beträge zusammen und finanzieren gemeinsam einen Unternehmenskredit. Betreiber ist die CSP Growth Solutions SIA mit Sitz in der Bukultu iela 11 in Riga, eingetragen im lettischen Handelsregister unter der Nummer 40203585248.
Finanziert werden laut Anbieter kleine und mittlere Unternehmen, Einzelkaufleute und Selbständige. Das Geld geht in Geschäftsentwicklung, Betriebsmittel, Expansion oder Immobilienvorhaben. Als Sicherheit dienen Grundstücke, Wohnungen, Einfamilienhäuser oder Gewerbeflächen.
Entscheidend ist die Pflicht dahinter. Ein Angebot darf laut den Geschäftsbedingungen nur online gehen, wenn ein Grundpfandrecht an einer Immobilie gestellt wird. Ohne Hypothek kein Projekt. Das ist keine Kann-Regel, sondern in Ziffer 4.6 festgeschrieben.
Laut Digilo handelt es sich dabei immer um eine erstrangige Hypothek. Erstrangig bedeutet: Im Grundbuch steht keine andere Sicherheit vor der der Anleger. Kommt es zur Verwertung, werden die Anleger als Erste aus dem Erlös bedient. Der Anbieter hat uns das schriftlich bestätigt. In den Geschäftsbedingungen selbst steht nur "Grundpfandrecht an unbeweglichem Vermögen", ohne Rangangabe, deshalb führen wir es als Anbieterangabe und nicht als Vertragszitat.
Eingetragen wird die Sicherheit nicht auf dich persönlich. Das übernimmt ein Sicherheitenagent, die CSP Assets SIA. Sie hält die Hypothek treuhänderisch für alle Anleger und verwertet sie im Ernstfall. Das ist im Markt üblich, sonst müssten hunderte Anleger einzeln im Grundbuch stehen.
Der Geldweg ist unkompliziert: Alles läuft in Euro über ein Wallet beim Zahlungsdienstleister Lemonway aus Paris, einem von der französischen Aufsicht ACPR zugelassenen Zahlungsinstitut.
Unser Digilo-Konto: 1.000 Euro in einem Projekt

Statt Marketing-Seiten nachzuerzählen, haben wir eingezahlt. Der Stand in unserem Portfolio: 1.000,00 Euro investiert, 0,00 Euro zurückgezahlt, 1.000,00 Euro ausstehende Rückzahlungen, 9,00 Prozent Durchschnittszins. Alles steckt in einer einzigen Position.
Die Kombination aus 1.000 Euro und null Rückzahlung ist genau der Punkt, an dem wir ehrlich bleiben müssen. Unser Geld liegt in einem Projekt, das noch im Finanzierungsprozess steht. Der Kredit läuft also nicht einmal, es sind noch keine Zinsen entstanden.
Was wir damit belegen können, ist überschaubar und trotzdem mehr, als bisher jede deutsche Quelle zu Digilo gezeigt hat: Die Registrierung funktioniert, die Einzahlung kommt an, die Zeichnung wird korrekt gebucht, und der Cashback aus dem Partner-Deal wird gutgeschrieben und die Auszahlung im Konto als verarbeitet geführt. Über das Kreditrisiko sagt das nichts.
Insgesamt hinterlässt der Kontobereich einen aufgeräumten Eindruck. In der Konto-Checkliste führt Digilo fünf Punkte: Verifizierungsstatus, virtuelle IBAN, Guthaben, Fragebögen und Auszahlungskonto. Die Fragebögen sind die Eignungsprüfung aus der EU-Schwarmfinanzierungsverordnung. Wer sie nicht ausfüllt, kommt nicht zum Investieren. Nutzerfreundlich ist dabei die virtuelle IBAN: Du überweist auf ein eigenes Referenzkonto, statt einen Verwendungszweck von Hand abzutippen.
3 Prozent Cashback: was in unserem Konto gebucht wurde

Über unseren Partner-Link bekommen Neukunden 3 Prozent Cashback auf alles, was sie in den ersten 60 Tagen nach der Registrierung investieren. Das ist nicht das öffentliche Empfehlungsprogramm von Digilo, das 1 Prozent für Werber und Geworbenen vorsieht. Unser Deal läuft über das Tracking des Links. Wer sich direkt auf digilo.co ohne Empfehlungslink anmeldet, bekommt belegbar keinen Cashback.
Im Transaktionsverlauf steht das Ergebnis in drei Zeilen, alle vom 9. September 2026:
- •Investment: 1.000,00 Euro in das Projekt 6488694A4S4C78KHIN73-80277920
- •Cashback: 30,00 Euro
- •Withdrawal: 30,00 Euro
Drei Prozent von 1.000 Euro sind 30 Euro. Die Rechnung geht auf, und die Gutschrift kam ohne Nachfragen. Danach haben wir den Betrag direkt zur Auszahlung angewiesen, um zu sehen, ob der Auftrag überhaupt durchläuft.
Positiv hervorzuheben ist die Bearbeitungszeit: Der Auftrag stand am selben Tag als "Verarbeitet" im Auszahlungsverlauf. Ob und wann das Geld auf dem Bankkonto ankam, lässt sich im Digilo-Konto nicht ablesen. Zwei kleinere Einschränkungen bleiben trotzdem. Digilo nennt keine Bearbeitungsdauer, sondern verweist auf die Fristen von Lemonway. Und ob der Euro Auszahlungsgebühr nach Ziffer 10.6 vom Betrag abgeht, ist im Konto nicht erkennbar. Ein einzelner reibungsloser Vorgang ist ein gutes Zeichen und keine Zusage für alle weiteren.
Der Cashback wird auf alle Investments der ersten 60 Tage gerechnet und läuft nur über unseren Link.
Die Auszahlung: Status Verarbeitet

Weil ein Cashback erst dann etwas wert ist, wenn er das Konto auch wieder verlassen kann, haben wir die 30 Euro direkt zur Auszahlung angewiesen. Im Auszahlungsverlauf steht der Auftrag mit Betrag, Status "Verarbeitet" und Datum 09.09.2026.
Das Auszahlungskonto ist dort als aktiv und akzeptiert hinterlegt, die Freigabe lief also ohne Rückfragen. Was du in diesem Screenshot nicht siehst, ist der Bankeingang. Digilo zeigt den Status der Anweisung, nicht die Gutschrift auf deinem Konto, und ob der Euro Auszahlungsgebühr nach Ziffer 10.6 abgezogen wurde, ist hier ebenfalls nicht erkennbar.
Das offene Projekt im Detail

In der Praxis sagt der Blick in ein echtes Projekt mehr als jede Renditespanne. Das Angebot, in dem unser Geld liegt, sieht so aus:
Volumen 26.000,00 Euro, Laufzeit 36 Monate, Land Lettland, Zinssatz 9 Prozent. Der Beleihungsauslauf, im Interface als LTV geführt, liegt bei 19 Prozent. Die hinterlegte Sicherheit ist mit 138.675,00 Euro bewertet. Die Risikokategorie lautet "Low".
Die Angabe ist nachvollziehbar hinterlegt. Rechne kurz mit: 26.000 Euro Kredit auf eine Immobilie im Wert von 138.675 Euro. Das sind 18,75 Prozent, gerundet die ausgewiesenen 19 Prozent. Der Anbieter nennt eine Obergrenze von 60 Prozent. Dieses Projekt liegt deutlich darunter, der Puffer ist also erheblich größer als die Hausregel verlangt.
Was auffällt, ist ein Detail unter den Konditionen. Der Zeitplantyp steht auf "Balloon". Das bedeutet endfällig: Zinsen kommen laufend, das Kapital erst in einer Summe am Schluss. Über 36 Monate hängt die Kapitalrückzahlung damit an einem einzigen Termin. Ein Beleihungsauslauf von 19 Prozent kann die Verlustquote begrenzen, wenn es zur Verwertung kommt. Das Termin- und Ausfallrisiko der endfälligen Zahlung selbst bleibt davon unberührt.
Darüber hinaus gibt es zu jedem Angebot ein Basisinformationsblatt, im Interface als KIIS geführt. Das ist die standardisierte Projektinformation, die die EU-Verordnung vorschreibt. Sie steht als Dokument direkt auf der Projektseite. Wer nur auf die Prozentzahl klickt, verschenkt genau die Unterlage, die den Fall erklärt.
Die Konditionen im Überblick, so wie sie in der App und in den Geschäftsbedingungen stehen:
Digilo | |
|---|---|
| Mindestanlage | 150,00 Euro |
| Auto-Invest ab | 150 Euro (Einrichten & Vergessen), 300 Euro (Auswählen & Maximieren) |
| Zinserwartung | 9 bis 12 % p.a. |
| Laut Anbieter | 11,44 % Jahresrendite über vier Projekte |
| Unser Projekt | 9,00 % p.a. |
| Laufzeiten | 12 bis 36 Monate |
| Besicherung | Grundpfandrecht auf Immobilien, Pflicht für jedes Angebot |
| Rang der Hypothek | laut Anbieter immer erstrangig |
| Beleihungsauslauf | laut Anbieter maximal 60 %, in unserem Projekt 19 % |
| Gebühren für Anleger | keine, außer 1 Euro pro Auszahlung |
| Rückkauf | nein, in Ziffer 4.3.6 ausdrücklich ausgeschlossen |
| Zweitmarkt | nein |
| Bedenkzeit | 4 Kalendertage für unerfahrene Anleger, entfällt bei Auto-Invest |
| Einlagensicherung | nein, ebenso keine Anlegerentschädigung |
| Aufsicht | Latvijas Banka, ECSP-Lizenz 27-10/2025/222 |
Tipp: Scrolle horizontal, um alle Spalten zu sehen
Zinsen, Gebühren und was übrig bleibt
Die beworbene Spanne liegt bei 9 bis 12 Prozent im Jahr. Für die vier bisher finanzierten Projekte weist Digilo die durchschnittliche Jahresrendite mit 11,44 Prozent aus. Unser Projekt liegt mit 9 Prozent am unteren Rand, und dort fallen niedrige Risikoeinstufung, niedriger Beleihungsauslauf und niedriger Zins zusammen. Ob Digilo den Zins systematisch danach staffelt, lässt sich aus einem Projekt nicht ableiten.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Zinssatz und Rendite. Der Zinssatz steht fest, sobald du gezeichnet hast. Was am Ende bei dir landet, hängt daran, ob das Unternehmen zahlt. Die Geschäftsbedingungen stellen in Ziffer 13.15 klar, dass frühere Ergebnisse keine Zusage für die Zukunft sind. Die 11,44 Prozent beruhen auf vier Projekten und sind damit kein belastbarer Erwartungswert.
Bei den Kosten schneidet Digilo gut ab, und die Struktur ist verständlich aufgebaut. Für Anleger fallen keine laufenden Gebühren an: keine Depotgebühr, keine Kontoführung, keine Provision auf deine Zinsen. Die Plattformkosten trägt laut Ziffer 8.1 der Kreditnehmer. Die einzige Position auf deiner Seite ist 1 Euro pro Auszahlung.
In der Praxis ist dieser Euro nur dann relevant, wenn du häufig kleine Beträge abziehst. Bei unserer 30-Euro-Auszahlung wären das gut drei Prozent des Betrags. Sammle Rückflüsse also lieber und zahle seltener aus.
Eine Lücke bleibt: Eine öffentliche Preisliste gibt es nicht. Die Bedingungen verweisen auf eine "Preisliste auf der Plattform", die erst hinter dem Login sichtbar wird. Bei Steuern verhält es sich ähnlich. Digilo behandelt das Thema auf der Website nicht, und zu lettischer Quellensteuer oder einer Steuerbescheinigung finden wir keine Aussage. Wir behaupten hier lieber nichts, sondern nennen es als offenen Punkt.
Registrierung, Eignungsprüfung und virtuelle IBAN sind in wenigen Minuten erledigt.
Dein Vertragspartner ist das Unternehmen
Bei Digilo steht wörtlich in den Bedingungen, wer dein Schuldner ist. Ziffer 2.13 definiert den Darlehensvertrag als Vertrag "zwischen einem Investor und einem Darlehensnehmer". Ziffer 4.4 ergänzt: "Digilo und/oder der Sicherheitenagent sind nicht Partei des Darlehensvertrags, erfüllen jedoch im Rahmen dessen administrative Funktionen."
Für dich heißt das: Fällt die Plattform aus, bleibt deine Forderung gegen das kreditnehmende Unternehmen bestehen. Im Durchsetzungsfall trittst du sie laut Ziffer 12.11 an den Sicherheitenagenten oder an Digilo ab. Dein noch nicht investiertes Guthaben liegt getrennt vom Firmenvermögen im Wallet beim Zahlungsdienstleister.
Das nimmt dir das Kreditrisiko nicht ab. Zahlt das Unternehmen nicht, hast du ein Problem, egal wie sauber die Struktur ist. Es trennt aber das Kreditrisiko des Unternehmens vom Risiko der Plattform, und beides fällt bei Anbietern zusammen, bei denen du juristisch der Plattform selbst Geld leihst.
Die Lizenz im Register der lettischen Zentralbank

Eine Lizenz behaupten kann jeder. Wir haben nachgesehen. Im Finanzmarktteilnehmer-Register der Latvijas Banka steht die CSP Growth Solutions SIA mit Registernummer 40203585248, LEI-Code 6488694A4S4C78KHIN73 und der Adresse Bukultu iela 11, Riga.
Unter "Licences / Darbības veidi" ist die Tätigkeit "aizdevumu piešķiršanas atvieglošana", also die Erleichterung der Darlehensvergabe, mit Lizenznummer 27-10/2025/222 und Wirksamkeit ab 16.09.2025 eingetragen. Das ist eine echte ECSP-Zulassung nach der EU-Verordnung 2020/1503, erteilt von einer Zentralbank.
Ein Nebenbefund, der dir Arbeit spart: Der Lizenz-Link im Footer von digilo.co führt ins Leere. Er zeigt auf die alte Adresse unter uzraudziba.bank.lv, und die leitet inzwischen auf die Register-Startseite um. Der Eintrag existiert, er liegt nur unter der neuen Adresse. Das ist kein Versäumnis von Digilo, sondern eine Folge der Migration bei der Aufsicht. Prüfbar ist es trotzdem nur mit dem richtigen Link.
Interessant ist noch eine Kleinigkeit: Die Projekt-IDs der Plattform beginnen mit 6488694A4S4C78KHIN73, also dem LEI-Code aus dem Registereintrag. Die Kennung im Interface lässt sich damit direkt an die eingetragene Gesellschaft knüpfen.
Was diese Lizenz leistet: verbindliche Informationspflichten, ein Basisinformationsblatt zu jedem Angebot, eine Eignungsprüfung vor der ersten Anlage, getrennte Kundengelder und vier Tage Bedenkzeit für unerfahrene Anleger. Seit dem 18.06.2026 gilt der EU-Pass für 26 Länder, Deutschland eingeschlossen.
Was sie nicht leistet: eine Rückzahlung. Keine Aufsicht der Welt sorgt dafür, dass ein Kreditnehmer zahlt. Sie sorgt für Regeln und Kontrolle, nicht für dein Kapital.
Wie groß ist Digilo wirklich?

Hier wird es unbequem, und genau deshalb steht dieser Abschnitt vor dem Fazit. Digilo veröffentlicht die eigenen Zahlen offen auf einer Statistik-Seite, was wir anerkennen. Die Zahlen selbst sind sehr klein.
Insgesamt finanziert: 82.945,77 Euro. Finanzierte Projekte: vier. Registrierte Investoren: 207. Von Investoren verdient: 714,23 Euro. Ausfallquote: 0,00 Prozent.
Zur Einordnung hilft unser P2P-Vergleich: Etablierte Anbieter mit einem strukturell vergleichbaren Direktkredit-Modell bewegen sich im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich. Digilo liegt bei einem Bruchteil davon, gemessen am Volumen deutlich unter einem Prozent.
Und jetzt zur Ausfallquote. Das erste Projekt wurde im Juni 2026 finanziert, die kürzeste Laufzeit beträgt 12 Monate. Zum jetzigen Zeitpunkt kann noch kein einziger Kredit fällig geworden sein. Weil noch kein Kredit endfällig war, ist die Null nur sehr eingeschränkt aussagekräftig und kein Qualitätsnachweis. Ob Digilo unterjährige Zahlungsstörungen überhaupt als Ausfall erfasst, ist nicht ersichtlich. Ein Warnsignal ist sie genauso wenig. Sie sagt einfach nichts.
Wichtig ist die faire Gegenrechnung. Neu ist die Plattform, nicht die Mannschaft dahinter. Nach Angaben des Anbieters kommt das Team aus dem Kreditgeschäft, arbeitet seit vielen Jahren zusammen und gehört zu einer größeren Gruppe, die Kredite vergibt, im Fintech-Bereich unterwegs ist und Software für Finanzunternehmen baut. Nachprüfen können wir das nicht, die Gesellschaften sind nicht benannt. Wir geben es als Anbieterangabe weiter, nicht als Fakt.
Kein Rückkauf, kein Zweitmarkt, kein vorzeitiger Ausstieg
Drei Dinge fehlen hier, und alle drei musst du einplanen.
Kein Rückkauf. Auf einigen Plattformen übernimmt bei Zahlungsverzug ein Dritter deine Forderung. Ziffer 4.3.6 schließt genau das aus: Digilo erbringt keine "Kreditrückkaufgarantien oder sonstige Garantien hinsichtlich der Nichterfüllung von Verpflichtungen". Deine Absicherung ist die Immobilie, nicht ein Versprechen.
Kein Zweitmarkt. In den Risikohinweisen steht es unmissverständlich: Das "Schwarze Brett" auf der Plattform "stellt keinen Sekundärmarkt dar, und es gibt keine Garantie, dass ein Käufer für die Investition gefunden wird". Ob es überhaupt schon live ist, konnten wir vor dem Login nicht sehen.
Kein regulärer vorzeitiger Ausstieg. Ein Darlehensvertrag "kann nicht einseitig beendet oder geändert werden", so Ziffer 7.6 und 7.11. Beide Ziffern nehmen "besondere Umstände" aus, in denen Digilo den Vertrag auf Antrag des Investors beenden oder ändern kann. Einen frei verfügbaren Ausstieg gibt es also nicht, einen individuell geprüften Ausnahmeweg schon. Eine Abtretung an Dritte geht nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung von Digilo.
Übersetzt in die Praxis: Steckst du 150 Euro in ein Projekt mit 24 Monaten Laufzeit, plane diese 150 Euro für 24 Monate fest ein. Unsere 1.000 Euro sind für 36 Monate gebunden. Das ist kein Mangel, sondern der Tausch für die Immobilie als Sicherheit. Es gehört nur vorher gewusst und nicht hinterher gemerkt.
Unser Rat dazu ist unspektakulär: Nimm nur Geld, das du über die volle Laufzeit nicht brauchst. Dann ist dieser Punkt erledigt. Dein Notgroschen gehört in keine P2P-Plattform, egal wie sauber sie gebaut ist.
Was uns nicht gefällt

Vier Punkte, die wir bei einem Partner genauso benennen wie bei jedem anderen Anbieter.
Die Zahl neuer Anleger geht über die abgeschlossenen Monate zurück. Im Juni 2026 kamen 122 dazu, im Juli 57, im August 21. Für September stehen bis zum 10. des Monats 7 neue Anleger, 6 Investitionen und 8.900 Euro investierter Betrag, aber noch kein finanziertes Projekt. Da der Monat läuft, lässt sich daraus kein Septembertrend ableiten. Über Juni bis August ist der Rückgang dagegen deutlich, während das Volumen steigt, weil der August zwei größere Projekte brachte.
Die Projekt-Pipeline ist dünn. Als wir Anfang September nachgesehen haben, stand auf der Projektseite "Es sind keine Darlehen verfügbar". Inzwischen ist wieder eines offen, in dem auch unser Geld liegt. Bei vier finanzierten Projekten insgesamt lässt sich schlicht nicht streuen. Wer 1.500 Euro anlegen will, bekommt derzeit keine zehn Positionen zusammen.
Marketing und eigene Aussage passen nicht zusammen. Die Startseite wirbt mit "Kreditmöglichkeiten in ganz Europa". Im eigenen Blog schreibt Digilo dagegen, im ersten Betriebsjahr liege der Fokus auf Projekten in Lettland, danach folge die schrittweise Ausweitung. Faktisch sind es bisher 100 Prozent Lettland. Beides zusammen ergibt keinen Widerspruch in der Sache, wohl aber im Ton.
Einiges ist noch im Aufbau. Die Investoren-FAQ ist auch auf der deutschen Seite komplett englisch. Im Auto-Invest-Formular stehen mitten in der deutschen Oberfläche Felder wie "Amount (min. 300 EUR)", "Min. interest rate" und "Max. interest rate". In der deutschen Fassung der Bedingungen ist Ziffer 13.5 ein unübersetzter lettischer Satz, dazu gibt es einen falschen Querverweis. Eine Telefon-Hotline für den Support ist nicht ausgewiesen. Der Kontakt läuft per Mail, über WhatsApp unter +371 24115758 und über Telegram.
Nichts davon ändert etwas am sauberen Kern. Es zeigt aber, dass hier eine Plattform im vierten Betriebsmonat steht und keine eingespielte Adresse.
Digilo im Video-Test
Den kompletten Durchgang haben wir zusätzlich als Video aufgenommen, mit Blick in die Bedingungen, in das Register und in die Projektdaten:
Wenn du die Plattform mit anderen Anbietern nebeneinander sehen willst, hilft der P2P-Vergleich. Dort steht Digilo mit derselben Frühphasen-Einordnung, die wir hier begründen.
Fazit: unsere Digilo Erfahrungen
Digilo gehört strukturell zum Saubersten, was wir uns in diesem Markt in letzter Zeit angesehen haben. Du bist direkter Gläubiger des Unternehmens und nicht der Plattform. Jeder Kredit ist mit einer Immobilie besichert, laut Anbieter erstrangig. Der Beleihungsauslauf in unserem Projekt liegt bei 19 Prozent und damit weit unter der eigenen Obergrenze. Die Lizenz ist echt und im Behördenregister nachprüfbar. Die Kosten sind transparent und bestehen aus einem Euro pro Auszahlung.
Belegen können wir bisher die Mechanik, nicht die Rendite. 1.000 Euro sind gezeichnet, 30 Euro Cashback sind gutgeschrieben und zur Auszahlung angewiesen, zurückgeflossen ist noch nichts. Der Kredit steht noch im Finanzierungsprozess.
Was fehlt, ist Zeit. Vier Projekte, knapp 83.000 Euro, kein fälliger Kredit, kein durchgespielter Ernstfall. Wie gut die Verwertung einer lettischen Immobilie im Zweifel funktioniert, kann heute niemand belegen, weil es diesen Fall noch nicht gab.
Für wen passt das? Aus unserer Sicht für Anleger, die P2P schon im Depot haben, breiter streuen wollen und es reizvoll finden, einen Anbieter von Anfang an zu begleiten. Klein starten, manuell zeichnen, die Bedenkzeit behalten und neu bewerten, sobald ab Juni 2027 die ersten Kredite fällig werden. Genau so gehen wir hier selbst vor.
Für wen nicht? Für alle, die gerade erst mit Privatkrediten anfangen, die das Geld in den nächsten drei Jahren brauchen könnten oder die eine bankähnliche Absicherung erwarten. Dafür ist das hier die falsche Adresse.
Ab 150 Euro pro Projekt, dazu 3 Prozent Cashback auf alle Investments der ersten 60 Tage über unseren Link.
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