Blockpit ist ein Krypto-Steuertool aus Österreich, das Transaktionen von Börsen und Wallets einliest und daraus den Steuerbericht erstellt. Das Portfolio-Tracking kostet nichts, der Steuerbericht wird einmalig pro Steuerjahr gekauft und startet bei 49 €. Wir zeigen dir 10 Punkte, die du vor dem ersten Steuerbericht kennen solltest: von der Transaktionszählung über den Lesezugriff bis zur Grenze zum Steuerberater.
Blockpit Steuerbericht: Was du vorher wissen solltest
Blockpit ist ein Krypto-Steuertool aus Österreich. Das Tracking ist gratis, der Steuerbericht wird einmalig pro Steuerjahr ab 49 € gekauft, Zusatzprodukte sind optional. So weit die Kurzfassung. Wir haben das Tool selbst eingerichtet und dabei zehn Punkte notiert, die vor dem Kauf kaum jemand erklärt.
Anders als in unseren Blockpit Erfahrungen mit allen Preisstufen, in denen wir das Tool von Preis bis Sicherheit bewerten, geht es hier um die Stolperstellen. Dazu gehören die Transaktionszählung, Blockpit Plus, der Mittelherkunftsnachweis und die Grenze zum Steuerberater.
Die 10 Punkte im Überblick:
- •Blockpit ist keine Börse und keine Wallet
- •Bezahlt wird pro Steuerjahr, nicht per Abo
- •Transaktionen sind schneller voll als gedacht
- •Blockpit bekommt nur Lesezugriff
- •Die Datenqualität liegt bei dir
- •DeFi, Staking und NFTs musst du prüfen
- •Blockpit Plus ist ein Abo, aber kein Muss
- •FIFO ist für Deutschland voreingestellt
- •Der Mittelherkunftsnachweis kostet extra
- •Blockpit ersetzt keinen Steuerberater
Börsen und Wallets gratis importieren, Steuerbericht erst bei Bedarf kaufen.
Blockpit im Video erklärt
Bevor wir in die Details gehen, findest du hier unser Video. Auf unserem YouTube-Kanal FinanzArena gehen wir die zehn Punkte kompakt durch, mit unserer Einschätzung aus der eigenen Einrichtung.
Im Artikel unten steht zu jedem Punkt die ausführliche Version mit den aktuellen Preisen von der Blockpit-Website.
1: Blockpit ist keine Börse und keine Wallet
Blockpit verwahrt weder Euro noch Coins. Es handelt nicht und zahlt nichts aus. Das Tool liest Transaktionen von Börsen und Wallets ein, ordnet sie und rechnet daraus den Steuerbericht. Wer das verinnerlicht hat, versteht auch das Preismodell.
Das Tracking ist kostenlos. Du kannst deine Börsen, Wallets und Blockchains anbinden, Bestände und Transaktionen prüfen und Fehler korrigieren, ohne einen Cent zu zahlen. Laut Blockpit werden über 500.000 Assets unterstützt. Bezahlt wird erst der fertige Steuerbericht, Zusatzprodukte wie Blockpit Plus oder der Mittelherkunftsnachweis kosten separat.
In der Praxis heißt das: erst importieren, dann in Ruhe prüfen, dann kaufen. Das kostenlose Tracking überzeugt als Einstieg, weil es dieselbe Datenbasis zeigt, die später im Bericht landet.
Hinter dem Tool steht die Blockpit AG, 2017 in Linz gegründet. Laut Eigenangaben wurden über 1,2 Millionen Steuerberichte erstellt und mehr als 700 Integrationen angebunden.
2: Bezahlt wird pro Steuerjahr, nicht per Abo

Blockpit verkauft den Steuerbericht als Einmalkauf pro Steuerjahr. Ein Abo fürs Kernprodukt gibt es nicht. Wer ein Jahr abrechnen will, kauft das Paket für dieses Jahr. Für das nächste Jahr fällt ein neuer Kauf an, oder eben keiner, wenn es nichts zu melden gibt.
Der Preis hängt an der Zahl der Transaktionen im jeweiligen Steuerjahr. Laut Blockpit basiert er auf den relevanten Transaktionen, nicht auf der Gesamtgröße des Portfolios. Ein großes Depot mit wenigen Käufen ist also günstig, ein kleines Depot mit täglichen Trades teuer.
Blockpit Preisstufen im Überblick
Transaktionen im Steuerjahr | Preis pro Steuerjahr | |
|---|---|---|
| Lite | bis 50 | 49 € |
| Basic | bis 1.000 | 99 € |
| Pro | bis 3.000 | 149 € |
| X-Large (Preisseite) | bis 10.000 | 229 € |
| XX-Large | über 10.000 | 549 € |
Tipp: Scrolle horizontal, um alle Spalten zu sehen
Was die Staffel in der Praxis bedeutet
Alle Pakete liefern den Bericht als PDF und CSV. Das Help Center nennt sie Lite, Basic, Pro und XX-Large, die Preisseite führt dazwischen noch X-Large bis 10.000 Transaktionen für 229 €. Die Staffel ist übersichtlich, und die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Wer mehr Transaktionen erzeugt, rutscht in eine höhere Stufe. Auf den Sprung von Lite auf Basic solltest du besonders achten, weil 50 Transaktionen für aktive Nutzer schnell erreicht sind. Dazu gleich mehr.
3: Transaktionen sind schneller voll als gedacht
Was auffällt: Die Zahl der Transaktionen ist höher, als das Bauchgefühl sagt. Ein Kauf auf der Börse, die Auszahlung an die eigene Wallet und die Einzahlung dort landen als eigene Einträge in der Historie. Wer Coins zwischen zwei Börsen verschiebt, produziert weitere Einträge. Welche davon Blockpit als relevante Transaktionen für den Preis wertet, zeigt dir der Shop nach dem Import für das gewählte Steuerjahr an.
Richtig voll wird es beim Staking. Wer täglich Rewards erhält, sammelt im Jahr 365 Einträge allein aus dieser Quelle. Dazu kommen Käufe, Verkäufe und Transfers. Das Paket Lite mit bis zu 50 Transaktionen dürfte für Staker damit kaum reichen.
Dabei ist zu beachten: Laut Blockpit-Hilfe ist der Import nicht begrenzt, das Limit greift erst beim Erstellen des Berichts für ein Steuerjahr. Du importierst also alles und siehst vor dem Kauf, wie viele Transaktionen in das Steuerjahr fallen. Erst danach entscheidest du dich für ein Paket.
Unser Vorgehen ist deshalb unkompliziert: Quellen anbinden, Transaktionen zählen lassen, Paket wählen. Das vorherige Prüfen der Transaktionszahl erleichtert die Paketauswahl. Den kompletten Ablauf von der Registrierung bis zum Download beschreiben wir in der Blockpit Anleitung in sechs Schritten.
Transaktionen erst zählen, dann das passende Paket ab 49 € pro Steuerjahr kaufen.
4: Blockpit bekommt nur Lesezugriff
Exchange-API-Keys bindet Blockpit ausschließlich mit Lesezugriff ein. Das Tool kann Transaktionen sehen, aber weder handeln noch auszahlen. Nach Private Keys fragt Blockpit nie. Wer beim Anlegen des API-Keys auf der Börse die Handelsrechte weglässt, hat damit schon einen zentralen Schutz eingebaut.
Hinzu kommt die technische Seite, die Blockpit auf seiner Sicherheitsseite beschreibt. Das Hosting läuft in Österreich auf eigener Hardware. API-Keys sind mit AES-256-GCM verschlüsselt, Passwörter werden mit bcrypt gehasht, die Verbindung läuft mit 256-Bit-Verschlüsselung über HTTPS. Dazu kommen eine tokenbasierte Zwei-Faktor-Authentifizierung und externe Penetrationstests.
Das sind Eigenangaben, keine unabhängige Prüfung durch uns. Nachvollziehbar ist die Architektur trotzdem: Blockpit sieht Daten, aber kein Vermögen. Die 2FA solltest du dennoch direkt beim ersten Login aktivieren.
5: Die Datenqualität liegt bei dir
Entscheidend ist am Ende nicht das Tool, sondern die Vollständigkeit deiner Daten. Blockpit rechnet nur, was du lieferst. Der Import läuft laut Blockpit per API, CSV-Upload oder Public Key. Der Aufwand liegt im Zusammensuchen.
Drei Lücken solltest du gezielt abklopfen:
- •Vergessene Börsen. Der alte Account mit einem Restbestand zählt auch.
- •Vergessene Chains. Eine MetaMask-Wallet läuft nicht nur auf Ethereum. Wer dort auch auf der BNB Smart Chain oder Polygon unterwegs war, muss jede Chain als eigene Integration aktivieren.
- •Alte Börsen ohne API. Manche Anbieter liefern die Historie nur als CSV, in unserer Erfahrung teils erst auf Anfrage beim Support. Das kann dauern.
Wer bei Börsen wie Bitvavo oder Brokern wie Trade Republic gehandelt hat, setzt sie ebenso auf die Liste wie jede Hardware-Wallet. Einen Trezor bindest du über den Public Key an, der Private Key bleibt auf dem Gerät.
Unser Rat: Zeit einplanen und nicht erst kurz vor der Abgabe anfangen. Das Sammeln der Daten dauert länger als der Bericht selbst. Welche Fristen gelten und wie die Anlage SO aufgebaut ist, erklären wir in unserem Artikel zur Krypto-Steuererklärung.
6: DeFi, Staking und NFTs musst du prüfen
DeFi-Swaps, Staking-Rewards und NFT-Käufe erkennt Blockpit nach eigener Angabe meist automatisch und ordnet sie einer Kategorie zu. Das ist sauber gelöst, ersetzt aber nicht den eigenen Blick. Gerade bei Swaps über mehrere Token oder bei Airdrops lohnt die Kontrolle, ob die Kategorie stimmt.
Positiv: Blockpit markiert offene Fälle in der Software und gibt Hinweise, bis der Bericht fertig ist. Du siehst also, wo noch eine Zuordnung fehlt, statt es erst im PDF zu merken. Diese Hinweise abzuarbeiten ist der eigentliche Arbeitsschritt vor dem Kauf.
Im fertigen Bericht stehen laut Blockpit Einkommen aus Staking und Mining, Airdrops, Lending sowie DeFi- und NFT-Transaktionen. Auch steuerfreie Gewinne werden ausgewiesen. Wer diese Bereiche nutzt, plant für die Prüfung mehr Zeit ein als bei wenigen Käufen auf einer Börse.
7: Blockpit Plus ist ein Abo, aber kein Muss

Neben dem Steuerbericht gibt es Blockpit Plus. Das ist ein Jahresabonnement für 3,99 € pro Monat inklusive Steuern. Du kannst es 14 Tage kostenlos testen, ohne Zahlungsdaten und ohne automatische Verlängerung der Testphase. Das ist fair gelöst, weil du nach dem Test aktiv entscheiden musst.
Was Plus liefert: Kostenbasis, Gewinn und Verlust je Transaktion, Haltefristen tagesgenau, einen Verkaufssimulator, Hinweise zur Steueroptimierung durch das Realisieren von Verlusten, tägliche Synchronisierung und Portfolio-Insights. Für den Steuerbericht ist Plus nicht nötig, das steht so in den Blockpit-FAQ. Die Berichte sind separat erwerbbar.
Die tagesgenaue Haltefrist ist der Kern des Angebots. Laut § 23 EStG sind Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften steuerfrei, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als ein Jahr liegt. Dazu kommt eine Freigrenze von 1.000 € Gesamtgewinn pro Kalenderjahr. Wer vor einem Verkauf wissen will, welche Coins die Frist schon hinter sich haben, bekommt das mit Plus auf einen Blick.
Hinweis: Wir sind keine Steuerberater. Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung, im Zweifel klärst du deinen Fall mit einer Steuerberatung.
Nach unserer Einschätzung lohnt sich Plus eher für aktive Trader und DCA-Sparer mit laufend neuen Tranchen. Wer einmal im Jahr den Bericht braucht, kann das Abo auslassen. Der Preis ist zwar überschaubar, summiert sich aber mit Bericht und Zusatzprodukten.
Erst Tracking und Transaktionszahl prüfen, Plus nur bei Bedarf 14 Tage testen.
8: FIFO ist für Deutschland voreingestellt
Der Steuerbericht weist je Transaktion Kaufpreis, Verkaufspreis, Gewinn oder Verlust, Haltedauer und die Berechnungsmethode aus. Für Deutschland rechnet Blockpit laut seinem Help Center standardmäßig nach FIFO mit Integrationstrennung. FIFO steht für First In, First Out: Die zuerst gekauften Coins gelten innerhalb einer Integration als zuerst verkauft. Einstellen musst du das nicht, es ist voreingestellt. LIFO, also die umgekehrte Reihenfolge, beschreibt Blockpit nur als Alternative mit geringen Erfahrungswerten. Ob im Einzelfall eine andere Zuordnung zulässig ist, klärst du mit dem Finanzamt oder einer Steuerberatung, nicht mit uns.
Für Deutschland bereitet Blockpit die Anlage SO vor. Der Bericht kommt als PDF und CSV. Im PDF stehen realisierte Gewinne und Verluste, Einkommen aus Staking und Mining, Kapitalerträge und steuerfreie Gewinne getrennt ausgewiesen. Die CSV eignet sich für den Steuerberater oder für eigene Auswertungen.
Der Bericht ist nachvollziehbar aufgebaut. Blockpit erstellt den Bericht, aber keine behördliche Bescheinigung. Sauber dokumentierte Transaktionen sind dabei dein Vorteil, wenn Rückfragen kommen.
9: Der Mittelherkunftsnachweis kostet extra

Der Mittelherkunftsnachweis ist ein eigenes Produkt und wird über Credits bezahlt: 1 Credit kostet 19,99 €, 3 Credits 49,99 €, 5 Credits 79,99 €. Die Credits verfallen nicht. Und wenn du nach Änderungen an den Daten denselben Bericht neu erstellst, kostet das keinen weiteren Credit.
Laut Blockpit enthält der Bericht eine Fallübersicht, die Datenquellen, eine Datenvalidierung, ein Mittelflussdiagramm und den PDF-Download. Er zeigt also, woher die Coins kamen, über welche Plattformen sie liefen und wie der Weg bis zur Auszahlung aussieht.
Wann du ihn brauchst: bei einer größeren Auszahlung an die Bank, bei einer Rückfrage von Bank oder Börse und beim Onboarding bei einem neuen Broker oder einer Plattform. Der Bericht ist also ein Baustein. Über die Annahme der Unterlagen entscheidet die jeweilige Bank.
Wer lediglich eine Auszahlung dokumentieren muss, kommt mit einem Credit aus. Mehrere Credits lohnen sich erst bei mehreren getrennten Fällen.
10: Blockpit ersetzt keinen Steuerberater
Blockpit ist ein Werkzeug, kein Berater. Das sagt der Anbieter selbst: Der Expert Service ist die technische Aufbereitung der Daten, keine Steuerberatung. Für eine rechtssichere Steuerberatung bezeichnet Blockpit einen spezialisierten Steuerberater weiterhin als empfehlenswert.
Drei Stufen gibt es. Das Erstgespräch dauert 15 Minuten und ist kostenlos. Der Expert Check kostet 99 € für 30 Minuten. Die Stufe Expert Service ist ein individuelles Angebot auf Basis eines Stundensatzes von 199 €. Damit lässt sich ein verhedderter Import entwirren, etwa wenn Chains fehlen oder Transfers doppelt auftauchen.
Der einzige Haken: Die Stufen klären die Daten, nicht die Rechtsfrage. Wer DeFi, NFTs oder Fälle über mehrere Chains im Spiel hat, sollte zusätzlich einen Steuerberater hinzuziehen. Wann der Schritt sinnvoll ist und worauf du bei der Auswahl achten kannst, erklären wir im Artikel Krypto Steuerberater: wann du einen brauchst.
Bei Käufen und Verkäufen auf einer oder zwei Börsen ist die Aufbereitung nach unserer Einschätzung deutlich weniger komplex. Ob der Bericht im Einzelfall genügt, hängt von den Daten und den steuerlichen Anforderungen ab.
Fazit: Lohnt sich der Blockpit Steuerbericht?
Blockpit hinterlässt einen durchdachten Eindruck: Tracking gratis, kein Dauerabo fürs Kernprodukt, Lesezugriff statt Vollzugriff und ein Bericht, der die Anlage SO vorbereitet. Kleinere Einschränkungen bestehen beim Preis. Der Steuerbericht kostet ab 49 €, einen Gratis-Report gibt es nicht, und Plus, Credits und Expert Service summieren sich, wenn du alles nutzt. Das ändert nichts am Grundmodell, das für Einmal-im-Jahr-Nutzer sauber gelöst ist.
Unsere Empfehlung in Kürze:
- •Erst kostenlos importieren, dann Transaktionen zählen, dann Paket kaufen
- •API-Keys nur mit Lesezugriff anlegen, 2FA direkt aktivieren
- •Alle Börsen, Chains und Wallets auflisten, auch die vergessenen
- •DeFi, Staking und NFTs manuell prüfen, Hinweise in der Software abarbeiten
- •Plus nur bei aktivem Handel, für den Bericht nicht nötig
- •Bei komplexen Fällen einen Steuerberater dazu holen
- •Früh anfangen, das Sammeln der Daten dauert länger als der Bericht
Die Datenqualität bleibt deine Verantwortung, das Tool nimmt dir das Rechnen ab, nicht das Sammeln. Wer das einkalkuliert, kann die Daten vor dem Bericht gründlicher prüfen. Die Vollbewertung mit allen Preisstufen findest du in unseren Blockpit Erfahrungen. Die Preise können sich ändern, ein Blick auf die offizielle Preisseite vor dem Kauf lohnt sich.
Gratis importieren und prüfen, Steuerbericht einmalig ab 49 € pro Steuerjahr.
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