Wie sicher ist Maclear? Die Schweizer P2P-Plattform setzt auf Maclear AG in Wallisellen, PolyReg-SRO-Aufsicht, externe Audits von Grant Thornton und einen Provision Fund von 2 Mio. Euro. Im Juli 2025 löste Maclear den ersten Default zu 100 Prozent. Wir prüfen sieben Sicherheitsebenen ehrlich, inklusive der Frage, ob Maclear seriös ist und wo die Grenzen liegen.
Maclear Sicherheit: Das Wichtigste vorab
Maclear gehört in der P2P-Landschaft zu den am besten abgesicherten Hochzins-Anbietern. Die Plattform setzt auf eine Schweizer Aktiengesellschaft mit Sitz in Wallisellen, Mitgliedschaft in der PolyReg SRO, externe Audits durch Grant Thornton und BlueAUDIT, reale Sicherheiten auf jedem Kredit und einen Provision Fund von 2 Millionen Euro. Im Juli 2025 wurde der erste Default zu 100 Prozent gelöst.
Trotzdem gilt: Maclear ist kein Sparkonto und kein Festgeld. Es gibt keinen Einlagenschutz, der Track Record ist mit rund 2,5 Jahren noch jung. In diesem Artikel gehen wir sieben Sicherheitsebenen durch, ohne Marketing-Blabla, mit allem was funktioniert und allem was du als Investor wissen musst.
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Maclear Sicherheit im Video
Im Video gehen wir die Sicherheits-Architektur Schritt für Schritt durch: Regulierung, Audits, Sicherheiten und der Default-Praxis-Test.
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Wie streng ist die Schweizer Aufsicht über PolyReg?
Maclear ist eine Schweizer Aktiengesellschaft, eingetragen als Maclear AG mit Sitz in Wallisellen im Kanton Zürich. Kein Briefkasten in einer Offshore-Jurisdiktion, sondern ein vollwertiger Schweizer Firmensitz. Wichtig sauber einzuordnen, weil viele Reviewer das falsch erzählen: Maclear hat keine direkte Banklizenz von der FINMA. Die Plattform ist Mitglied der PolyReg SRO, und PolyReg arbeitet unter FINMA-Aufsicht.
Das ist Selbstregulierung im Nichtbankensektor unter staatlich anerkanntem Rahmen, nicht identisch mit einer FINMA-Banklizenz. In der Praxis bedeutet es: Compliance mit AML, KYC und DSGVO ist verpflichtend, der Status lautet Finanzintermediär im Nichtbankensektor unter Schweizer Recht.
Maclear hat sich bewusst gegen eine EU-ECSP-Lizenz entschieden und operiert stattdessen unter dem Schweizer Obligationenrecht. Der Mehrwert daraus: Schweizer Recht im Streitfall, Insolvenzschutz für Investorengelder nach Art. 401 OR und ein etablierter Rechtsrahmen für Sicherheitenagent-Strukturen. Einen Einlagenschutz wie bei einem Bankkonto gibt es nicht, das ist Asset-Klassen-typisch und kein Maclear-Problem. Mehr Transparenz dazu liefert Maclear im eigenen Regulierungs- und Transparenz-Blog.
Zur Einordnung im P2P-Markt: Wer eine direkte EU-Regulierung mit Anlegerentschädigung sucht, findet sie eher bei Mintos, das von der lettischen Zentralbank beaufsichtigt wird. Maclear setzt dafür auf den Schweizer Rechtsrahmen und reale Sicherheiten, ein anderer, aber ebenfalls solider Ansatz.
Wer prüft die Bücher von Maclear?
Regulierung allein reicht nicht, du willst wissen, wer die Bücher prüft. Maclear arbeitet mit zwei externen Audit-Partnern. Für die AML-Audits ist die Grant Thornton AG zuständig, eines der weltweit führenden Wirtschaftsprüfungs-Netzwerke im selben Universum wie EY, KPMG oder PwC. Diese AML-Audits sind über die PolyReg-Mitgliedschaft jährlich verpflichtend.
Für die Finanz-Audits ist die BlueAUDIT GmbH zuständig, ein deutscher Mittelstands-Prüfer. Wichtig zur Einordnung: Finanz-Audits sind für Maclear als private Schweizer AG gesetzlich nicht verpflichtend. Maclear hat sich freiwillig dazu entschieden, in Reaktion auf Investor-Anfragen. Das Erst-Audit im April 2023 bestätigte offiziell die Crowdlending-Bereitschaft.
Zur Audit-Disziplin gehört ehrlich dazu: Der 2023 Annual Report wurde erst im Juni 2025 veröffentlicht, mit gut einem Jahr Verzögerung. Der 2024 Report stand zuletzt noch aus. Das ist berechtigt zu beobachten, aber kein Deal-Breaker. Die Audit-Partner sind etabliert, die Audits finden statt, die Veröffentlichungs-Pipeline ist ausbaufähig, typisch für eine schnell wachsende Plattform in der Reife-Phase.
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Was steht hinter jedem Kredit?

Jetzt zur eigentlichen Sicherheits-Substanz. Jeder Kredit auf Maclear ist mit echten Vermögenswerten besichert, typischerweise Immobilien, Geschäftsausstattung, Equipment oder Inventar. Das ist fundamental anders als reine Buyback-Plattformen, bei denen im Krisenfall alles am Kreditgeber hängt.
Der Loan-to-Value, also das Verhältnis von Kredit zu Sicherheitswert, liegt typischerweise unter 90 Prozent, oft bei 60 bis 80 Prozent. Konkret: Bei 100.000 Euro Kredit und 150.000 Euro hinterlegten Sicherheiten hast du als Investor einen Puffer von 50.000 Euro, falls verwertet werden muss.
Der kritische rechtliche Punkt: Maclear agiert als Sicherheitenagent und hält die Pfandrechte rechtlich im Namen der Investoren. Im Insolvenzfall der Plattform sind diese Sicherheiten nicht Teil der Insolvenzmasse, sondern dem Investorenanspruch zugeordnet. Das ist deutlich stärker als eine reine Buyback-Garantie, du hast einen physischen Anker statt eines Versprechens. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt der Vibroedil-Fall weiter unten.
Wie funktioniert der Provision Fund?
Zusätzlich zu den realen Sicherheiten gibt es einen Provision Fund, und hier gab es im Mai 2026 eine wichtige Neuigkeit. Maclear hat die aktuelle Fund-Größe erstmals offiziell kommuniziert: 2 Millionen Euro, Stand 12. Mai 2026. Das war einer der häufigsten Kritikpunkte in älteren Drittquellen-Reviews, der Punkt ist damit ausgeräumt.
Der Fund liegt auf einem segregierten Konto, getrennt vom Maclear-Betriebsvermögen, und wird von Grant Thornton AG auditiert. Gespeist wird er aus zwei Quellen: 2 Prozent jedes erfolgreich finanzierten Projekts fließen beim Funding direkt rein, und zukünftig werden auch die Sekundärmarkt-Transaktionsgebühren in den Fund geleitet.
Wichtig fair einzuordnen, und Maclear sagt das selbst transparent: Der Provision Fund ist kein Versicherungsprodukt und keine rechtliche Garantie. Er ist ein Liquiditäts-Puffer für Zinszahlungen bei Borrower-Verzögerungen, kein Schutzschild. Im echten Krisenfall greifen zuerst die realen Sicherheiten. Diese offene Kommunikation ist bemerkenswert: Viele P2P-Plattformen verkaufen ihre Reservefonds als Garantie. Maclear sagt offen, was es ist und wie viel. Quelle ist der Maclear-Blog zum Provision Fund.
Hat das System beim ersten Default gehalten?
Der wichtigste Punkt überhaupt: Hat das System unter realen Bedingungen funktioniert? Im Juli 2025 kam der erste echte Test. Vibroedil S.R.L., ein italienisches Unternehmen, konnte seinen Kredit über 150.000 Euro nicht mehr bedienen. Erster und bisher einziger Default in der Maclear-Historie.
Maclears Standard-Eskalationsmodell sieht 30 und 60 Tage Soft Collection vor, bei direktem Insolvenz-Fall greift das Schema aber anders. Statt eine langwierige Insolvenz-Forderung zu verfolgen oder sofort Sicherheiten zwangszuverwerten, hat Maclear direkt mit Vibroedil verhandelt und eine private Rückzahlungs-Vereinbarung geschlossen. Wichtig dabei: Der Provision Fund musste nicht angezapft werden, die hinterlegten Sicherheiten mussten nicht zwangsverwertet werden.
Die Investorenkommunikation startete nach Bestätigung des rechtlichen Status, die öffentliche Aufarbeitung folgte im Oktober 2025. Das offizielle Ergebnis: Alle Investoren bekamen 100 Prozent des Hauptkapitals zurück, der Fall wurde ohne Verluste abgeschlossen. Details veröffentlicht Maclear auf der Blog-Seite zum ersten Default.
Bemerkenswert: Die zweite und dritte Verteidigungslinie (Sicherheitenverwertung, Provision Fund) musste gar nicht aktiviert werden. Fair einzuordnen bleibt: Ein Default bei 2,5 Jahren Historie ist statistisch zu wenig für eine langfristige Quote. Die typische P2P-Default-Rate liegt bei 1 bis 3 Prozent des Volumens. Aber der Prozess ist getestet und die Recovery-Mechanik funktioniert.
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Was passiert, wenn Maclear pleitegeht?
Letzte Sicherheitsebene: Was passiert im theoretischen Worst Case, wenn Maclear selbst insolvent wird? Was du juristisch erwirbst, sind Forderungsrechte. Du hast einen Anspruch auf die Cashflows aus dem Kredit, abgesichert durch die Sicherheiten.
Bei einer Plattform-Insolvenz greifen Vertragstransfer-Mechanismen, und die Sicherheiten bleiben über den Sicherheitenagent-Status der Investorenseite zugeordnet. Sie fallen nicht in die Insolvenzmasse, sondern werden zur Befriedigung der Investorenforderungen verwertet. Diese Struktur ist im Schweizer Recht so vorgesehen und dort gut durchsetzbar.
Ehrlich gesagt: Konzeptionell ist das sauber gelöst, in der Praxis bei Maclear aber noch nicht getestet, die Plattform ist solvent. Auch die Plattform-Haftung mit dem Geschäftsvermögen gehört dazu, ist aber nur so stark wie die Plattform selbst. Bei einer jungen Plattform solltest du sie als Bonus-Schutz sehen, nicht als Hauptverteidigung. Hauptverteidigung bleiben die realen Sicherheiten und der Sicherheitenagent-Status.
Sicherheit: Pro und Contra
Die Sicherheits-Architektur von Maclear ist für eine 2,5 Jahre junge Plattform ungewöhnlich vollständig. Trotzdem bleiben Punkte, die du fair beobachten solltest. Hier das ehrliche Bild.
Spricht für die Sicherheit
- Schweizer Sitz mit PolyReg-Aufsichtsrahmen
- Externe Audits durch Grant Thornton und BlueAUDIT
- Reale Sicherheiten mit Sicherheitenagent-Status
- Provision Fund 2 Mio. Euro auf segregiertem Konto
- Erster Default 2025 zu 100 Prozent gelöst
- Trustpilot 4,6 von 5 bei über 800 Bewertungen
Punkte zum Beobachten
- PolyReg ist Selbstregulierung, keine FINMA-Banklizenz
- Kein Einlagenschutz, Totalverlust grundsätzlich möglich
- 2024 Annual Report zuletzt noch ausstehend
- Track Record erst rund 2,5 Jahre
- Insolvenz-Mechanik rechtlich vorgesehen, aber ungetestet
- Geschäftsverlust 2023 (geplant, reinvestiert)
Die Tabelle ordnet die sieben Ebenen nach Stärke ein. Mehr operative Details findest du in den 10 Dingen, die du vorher wissen solltest, die häufigsten Stolperfallen in den 5 Anfängerfehlern.
Die sieben Sicherheitsebenen im Überblick
Die Tabelle fasst die Sicherheitsebenen und ihren aktuellen Status zusammen, Quellen sind maclear.ch und der Grant-Thornton-Audit.
Status | |
|---|---|
| Schweizer Aufsicht (PolyReg) | aktiv, Selbstregulierung |
| Externe Audits | Grant Thornton + BlueAUDIT |
| Reale Sicherheiten | LTV typ. 60–80 % |
| Provision Fund | 2 Mio. Euro, auditiert |
| Plattform-Haftung | mit Geschäftsvermögen |
| Default-Praxis | 1 Default, 100 % gelöst |
| Einlagenschutz | keiner (P2P-typisch) |
Tipp: Scrolle horizontal, um alle Spalten zu sehen
Fazit: Ist Maclear sicher?
Unsere ehrliche Einschätzung: Maclear ist regulatorisch und sicherheitstechnisch deutlich besser aufgestellt als die meisten P2P-Plattformen am Markt. Schweizer Sitz, externe Audits, reale Sicherheiten mit Sicherheitenagent-Status, ein Provision Fund von 2 Millionen Euro, Plattform-Haftung und ein bestandener Default-Praxis-Test ergeben eine ungewöhnlich vollständige Architektur für eine so junge Plattform.
Der wichtigste Risiko-Faktor bleibt das allgemeine P2P-Risiko: kein Einlagenschutz, vergleichsweise junger Track Record, Audit-Verzögerungen, die fair zu beobachten sind. Maclear ist kein Sparkonto und kein Festgeld. Wenn du investierst, begrenze den Portfolio-Anteil auf 1 bis 2 Prozent, diversifiziere über mindestens 10 bis 15 Projekte und behalte den Audit-Status im Auge.
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